Ein Bündel Pesos liegt vor Dollarnoten

Argentinien Peso auf Rekordtief

Stand: 30.08.2018 07:45 Uhr

Die Krise in Argentinien spitzt sich zu: Der Peso ist auf einen historischen Tiefstand gefallen. Um die Märkte beruhigen, bittet Präsident Macri jetzt den Internationalen Währungsfonds um Hilfe.

Die argentinische Präsident Mauricio Macri hat den Internationalen Währungsfonds (IWF) um Hilfe in der Währungskrise gebeten. In einer Fernsehansprache verkündete er die vorzeitige Ausschüttung von Beistandskrediten an das krisengeschüttelte Land. Trotzdem fiel der Peso anschließend auf ein Allzeittief.

Argentiniens Präsident Macri bei einem WHO-Treffen | Bildquelle: REUTERS
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Wirbt um das Vertrauen der Märkte: Argentiniens Präsident Mauricio Macri.

Mit dem IWF sei vereinbart worden, alle notwendigen Mittel auszugeben, damit Argentinien seine finanziellen Verpflichtungen im kommenden Jahr erfüllen könne, sagte Macri in einer Fernsehansprache. "In der vergangenen Woche konnten wir an den Märkten einen neuerlichen Vertrauensverlust beobachten, insbesondere über unsere Finanzierungsmöglichkeiten für 2019." Mit der Entscheidung solle jede Unsicherheit ausgeräumt werden. Macri nannte jedoch weder eine konkrete Summe, noch wann die Mittel ausgeschüttet werden sollen.

Stützungskäufe verpufften

Um den Peso zu stützen, verkaufte die argentinische Zentralbank allein am Dienstag und Mittwoch 500 Millionen Dollar aus den Währungsreserven. Dennoch gab der Peso um 8,2 Prozent nach und fiel unter die historische Marke von 34,2 Pesos pro US-Dollar. Im Laufe des Jahres hat die argentinische Währung bereits mehr als 40 Prozent ihres Werts verloren.

Ursache ist neben einer schwachen Wirtschaftsentwicklung vor allem die hohe Inflation. Vor einem Monat hatte Macri die Argentinier gewarnt, sie müssten in diesem Jahr mit einer Inflation in Höhe von 30 Prozent rechnen.

IWF will Argentinien helfen

Der IWF gab in einer Stellungnahme bekannt, den Wirtschaftsplan der argentinischen Regierung überprüfen zu wollen. Schwerpunkt solle auf einer stärkeren Geld- und Finanzpolitik liegen, zudem sollten Bemühen vertieft werden, die Schwächsten in der Gesellschaft zu unterstützen.

IWF-Chefin Christine Lagarde teilte außerdem mit, sie habe ihre Mitarbeiter angewiesen, die zeitliche Staffelung des Finanzprogramms zu prüfen. "Ich habe unsere Bereitschaft betont, die Regierung bei der Entwicklung ihrer überarbeiteten politischen Pläne zu unterstützen", sagte sie nach einem Telefongespräch mit Präsident Macri.

Nach einer starken Abwertung der Landeswährung hatte Argentinien mit dem IWF bereits im Juni eine Finanzhilfe von bis zu 50 Milliarden Dollar (42,7 Mrd Euro) vereinbart. Zu einer ersten Tranche von 15 Milliarden Dollar hatte das südamerikanische Land sofortigen Zugang erhalten. Der verbleibende Betrag sollte ursprünglich über eine dreijährige Laufzeit zur Verfügung gestellt werden.

Über dieses Thema berichteten am 30. August 2018 Deutschlandfunk um 01:00 Uhr, 03:00 Uhr und 05:00 sowie NDR Info um 07:45 Uhr jeweils in den Nachrichten.

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