Bundesagentur für Arbeit in Rostock | Bildquelle: dpa

Arbeitsmarkt im September Weniger Arbeitslose trotz Konjunkturflaute

Stand: 30.09.2019 10:17 Uhr

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist auf den niedrigsten Septemberstand seit der Einheit gesunken. Die Bundesagentur für Arbeit sieht aber keinen Grund zur Entspannung, denn die Konjunktur schwächelt.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im September saisonbedingt auf 2,234 Millionen gesunken. Das ist der niedrigste Septemberstand seit der Wiedervereinigung. Damit waren 85.000 Männer und Frauen weniger arbeitslos als im August und 22.000 weniger als im September 2018, wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozentpunkte auf 4,9 Prozent.

Arbeitsmarkt noch "robust"

Vor einem Jahr war die Herbstbelebung auf dem Arbeitsmarkt mit einem Rückgang im September in Höhe von 94.000 allerdings noch wesentlich deutlicher ausgefallen. Die Bundesagentur sieht daher durchaus Anzeichen für die konjunkturelle Schwäche am Arbeitsmarkt.

"Das Beschäftigungswachstum hält an, verliert aber an Schwung, und die Nachfrage der Unternehmen nach neuen Mitarbeitern ging auf hohem Niveau wiederholt zurück", erklärte BA-Chef Detlef Scheele. Die konjunkturelle Schwächephase zeige sich am Arbeitsmarkt auch im September. Alles in allem sei der Arbeitsmarkt aber weiter "in einer robusten Verfassung". So hätten sich die Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung weiter erhöht.

Auch unter Herausrechnung der jahreszeitlichen Schwankungen fiel die Arbeitslosigkeit. Saisonbereinigt errechnete die BA im Monatsvergleich eine Abnahme um 10.000 Erwerbslose. "Der Rückgang ist allein auf die Entwicklung im Bereich der Grundsicherung zurückzuführen. In der konjunkturnäheren Arbeitslosenversicherung gab es erneut saisonbereinigte Zunahmen", teilte die BA mit.

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Arbeitsmarktzahlen im September 2019

Arbeitslosigkeit (absolute Zahlen und Quote)

Arbeitslosigkeit (absolute Zahlen und Quote)

Weltweite Entwicklungen trüben den Ausblick

Führende deutsche Volkswirte sehen wegen der enormen Risiken - etwa ein ungeregelter Brexit oder die US-Handelspolitik - und wegen der Exportlastigkeit der deutschen Industrie wenig Grund für Optimismus. So geht die Allianz davon aus, dass die konjunkturelle Eintrübung keine schnell vorübergehende Erscheinung ist und länger als nur bis zur Jahreswende anhalten wird.

Einige Volkswirte erwarten für das dritte Quartal eine technische Rezession in Deutschland - das ist dann gegeben, wenn die Wirtschaftsleistung in zwei Quartalen in Folge sinkt.  Auch der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, führte in einem Interview mit dem "Handelsblatt" die konjunkturelle Schwäche vor allem auf Einwirkungen von außen zurück. "Nach unserer Einschätzung, die wir mit unserem Forschungsinstitut IAB teilen, haben wir es noch nicht mit den Vorboten eines schnelleren Strukturwandels und inländischen Konjunkturproblemen zu tun, sondern vor allem mit Problemen, die durch die Trump-Administration und die Verunsicherung im Exportgeschäft ausgelöst werden", sagte er der Zeitung. 

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 30. September 2019 um 11:00 Uhr.

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