Menschen vor einem Apple Logo  | Bildquelle: JUSTIN LANE/EPA-EFE/REX/Shutters

Frankreich Apple zahlt 500 Millionen Euro Steuern nach

Stand: 05.02.2019 15:08 Uhr

Apple hat sich mit den französischen Behörden auf die Zahlung rückständiger Steuern verständigt. Es soll es sich um 500 Millionen Euro gehen. Die Regierung in Paris fordert eine europaweite Steuer für Tech-Unternehmen.

Apple zahlt in Frankreich eine halbe Milliarde Euro Steuern nach. Darauf einigte sich der US-Technologiekonzern mit dem französischen Fiskus, wie eine mit dem Fall vertraute Quelle der Nachrichtenagentur AFP mitteilte. Sie bestätigte Informationen der Zeitschrift "L'Express".

Apple wollte die Höhe der Nachzahlung für einen Zehn-Jahres-Zeitraum nicht bestätigen. Der Konzern erklärte aber, er sei "stolz" über seinen Beitrag zur französischen Wirtschaft.

Die Finanzverwaltung berief sich auf das Steuergeheimnis. 

Hohe Gewinne, kaum Abgaben

Die Regierung in Paris setzt sich für eine europaweite Steuer für die größten Digital- und Softwareunternehmen ein. Diese zahlen in vielen EU-Ländern kaum Steuern, obwohl sie hohe Gewinne einfahren. Die Unternehmen berufen sich in der Regel darauf, dass sie ihren steuerlichen Sitz in Irland haben, wie auch Apple. 

Vor rund einem Jahr hatte bereits Amazon gut 200 Millionen Euro Steuern an Frankreich nachgezahlt.

Apple-Gebäude | Bildquelle: picture alliance / Mercury News
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Apple-Zentrale in Cupertino, Kalifornien. Der Konzern erklärte, er sei "stolz" über seinen Beitrag zur französischen Wirtschaft.

Gesetzentwurf für neue Digitalsteuer

Ende Februar will die französische Regierung einen Gesetzentwurf für eine neue Digitalsteuer für solche Unternehmen verabschieden. Frankreich erhofft sich davon zusätzliche Einnahmen von rund 500 Millionen Euro allein 2019. Neben Frankreich wollen auch Österreich, Großbritannien und Spanien große Internetkonzerne zunächst im Alleingang besteuern, bevor es eine EU-weite Regelung gibt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich Mitte November vor dem Europaparlament in Straßburg für eine internationale Lösung stark gemacht, die auch die Vereinigten Staaten einbeziehen würde. Die Bundesregierung fürchtete, dass eine EU-Steuer für US-Tech-Konzerne den Handelsstreit mit Washington verschärfen könnte.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. Februar 2019 um 14:00 Uhr.

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