Mann mit iPhones in einem Pekinger Geschäft | Bildquelle: REUTERS

Streit um Smartphone-Akkus Langsame iPhones - Apple entschuldigt sich

Stand: 29.12.2017 14:44 Uhr

Apple hat sich bei seinen Nutzern entschuldigt. Bei Tests war herausgekommen, dass der Konzern die Leistung der Geräte drosselt, wenn die Batterien älter werden. Mit einem Angebot will Apple die verärgerten Kunden nun offenbar besänftigen.

Je älter das iPhone wird, desto langsamer läuft es. Diese Erfahrung kennen viele Kunden. Nun hat sich Apple bei seinen Kunden entschuldigt. Wofür? Für die beabsichtigte Abschwächung der Leistung von Akkus in iPhones.

Die Drosselung der Leistung sei nötig, um ein Abschalten der Geräte zu verhindern, erklärte der Konzern. Apple würde "niemals" die Leistung seiner Produkte mit Absicht schwächen, um Kunden zum Kauf neuer Geräte zu bewegen, hieß es auf der Website des Unternehmens. "Wir haben nie irgendetwas unternommen, was künstlich die Lebensdauer von irgendeinem Apple-Produkt verkürzt oder das Nutzererlebnis verschlechtert, um Upgrades anzukurbeln - und würden dies auch niemals tun", hieß es weiter.

Akku-Wechsel wird günstiger

Neben der Entschuldigung kündigte Apple an, den Wechsel der Akkus billiger zu machen. Bisher kostete der Schritt in den USA 79 US-Dollar. Bis Ende kommenden Jahres soll das Ersatzteil für 29 Dollar zu haben sein. Von dem Angebot profitieren Besitzer des iPhone 6 oder von neueren Geräten. Der vergünstigte Akkutausch soll weltweit angeboten werden, kündigte Apple an. In Deutschland kostet der Wechsel statt derzeit 89 Euro künftig 29 Euro.

Für das kommende Jahr soll ein Update des Betriebssystems iOS folgen - damit Benutzer ein besseres Verständnis für den Zustand der Batterie erhielten, so Apple.

Als schwarze Schemen sieht man Menschen vor einer Werbereklame für das iPhone X von Apple stehen. | Bildquelle: AP
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Das iPhone X von Apple konnte bisher nicht an die Erfolge seiner Vorgänger anknüpfen.

Apps werden langsam, Scrollen wird ruckelig

Wie kam es überhaupt zu dem für Apple ungewöhnlichen Schritt? Bei einer Messung war aufgefallen, dass bei iPhones mit alter Batterie die Spitzenleistung des Prozessors gedrosselt war, während sie nach einem Batteriewechsel auf normales Niveau zurückkehrte. Apple bestritt die Messergebnisse nicht und verwies auf Maßnahmen zur Regelung des Spitzen-Stromverbrauchs bei abgenutzten Batterien. Die Spitzen-Strombelastung werde bei Bedarf "geglättet", teilte der Konzern vergangene Woche mit.

Die Maßnahme wurde Anfang 2017 zunächst mit einem Software-Update für die iPhone-Modelle 6, 6s und SE eingeführt und im Herbst auch auf das iPhone 7 ausgeweitet. Eine sichtbare Folge dieses Schrittes könne sein, dass Apps langsamer starteten oder das Scrollen ruckeliger werde, erklärte Apple. In "Extremfällen" werde der Blitz der Kamera deaktiviert.

Mehrere Klagen gegen Apple

Kritiker sahen in der Drosselung der Batterieleistung eine Taktik, um mehr neue Geräte zu verkaufen. Apple wies das zurück. Apple bringt jedes Jahr neue Modelle heraus - das jüngste ist das teuerste aller Zeiten.

Wegen der verlangsamten iPhones liegen in den USA inzwischen mindestens acht Klagen gegen den kalifornischen Konzern vor. Auch in Frankreich wurde Beschwerde gegen Apple eingereicht. Dort ist die absichtliche Verkürzung der Lebenszeit eines Produkts ("geplante Obsoleszenz") strafbar.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. Dezember 2017 um 09:00 Uhr.

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