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Amazon Music kommt nach Deutschland Echo-Trip auf dem Streamingmarkt

Stand: 12.07.2019 09:25 Uhr

Amazon drückt die Preise auf dem Markt fürs Streamen von Musik - bald auch in Deutschland. Besonders günstig wird es mit der Echo-Box. Aber es gibt auch Bedenken.

Von Wolfgang Stuflesser, ARD-Studio Los Angeles

30 Millionen Songs, um die zehn Dollar im Monat - oder dann später, wenn der Dienst bis Jahresende nach Deutschland kommt, zehn Euro - auf den ersten Blick lesen sich die Eckdaten von Amazons Musik-Streamingdienst ganz ähnlich wie die der Konkurrenz.

Doch wer in den USA Prime-Kunde ist - also für den Versand der normalen Amazon-Pakete eine Flatrate von 100 Dollar im Jahr zahlt - bekommt Amazon Music für acht Dollar. Wer einen der vernetzten Amazon-Echo-Lautsprecher hat, zahlt sogar nur vier Dollar - und kann dann die sprachgesteuerte Assistentin Alexa, sozusagen die Siri von Amazon, auch Songs spielen lassen, von denen man zum Beispiel nur eine Textzeile kennt.

Amazon-Echo-Lautsprecher | Bildquelle: dpa
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Amazon Echo wird Ende Oktober in Deutschland erhältlich sein.

So ein Update war allerdings auch bitter nötig, denn bislang hatte der Echo-Lautsprecher nur auf eine sehr begrenzte Auswahl an Songs Zugriff - oder musste gleich ganz an den Konkurrenten Spotify übergeben.

Der verantwortliche Amazon-Manager Steve Boom sagte dem Radiosender NPR, man sei vor zwei Jahren ins Streaming eingestiegen - "das war für uns ein Sprung, weil wir ja eigentlich Musik verkaufen und nicht streamen". Aber dann sei der Erfolg ihrer Echo-Lautsprecher gekommen - "und die Prime-Kunden sagten, sie wären bereit, mehr zu zahlen, wenn sie dafür mehr Songs kriegen".

Kampf mit der Zehn-Dollar-Grenze

Konkurrenten wie Apple versuchen schon seit Jahren, den monatlichen Abopreis für Musikstreaming unter zehn Dollar zu drücken - aber sie scheiterten bisher immer an den Forderungen der Musiklabels.

Laut Recherchen des Technikportals Recode machte Amazon der Musikindustrie den Vier-Dollar-Tarif als Einstieg für teurere Varianten schmackhaft. Die werden zum Beispiel schon dann fällig, wenn der Kunde nicht einen, sondern zwei vernetzte Lautsprecher hat. Und das Acht-Dollar-Abo subventioniert Amazon demnach und zahlt den Labels genau so viel für diese Kunden wie für die 10-Dollar-Variante.

Mikros immer eingeschaltet

Datenschützer warnen vor dem Echo-Lautsprecher, weil er rund um die Uhr eingeschaltete Mikros eingebaut hat, damit Alexa sofort reagiert, wenn man sie anspricht. Und natürlich greift Amazon auch auf die Daten zurück, die das Unternehmen über seine Kunden schon gesammelt hat: "Wenn Sie in der Vergangenheit von uns Musik gekauft haben, als CD oder Download, dann benutzen wir diese Information über Sie natürlich, um Ihnen gute Musik-Empfehlungen zu geben." Aber es gehe vor allem ums Streamen, nicht ums Verkaufen, sagt der Amazon-Manager.

Bis Ende des Jahres soll Amazon Music auch nach Deutschland kommen - die Preise dürften sich an denen für den US-Markt orientieren. Und schon Ende des Monats wird Echo in Deutschland erhältlich sein - mit der Aussicht auf den neuen Musik-Streamingdienst dürfte der Lautsprecher wohl noch ein paar Käufer mehr finden.

Amazon Music: Neuer Streamingdienst
W. Stuflesser, ARD Los Angeles
13.10.2016 09:45 Uhr

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