"Dash"-Buttons von Amazon-USA | Bildquelle: Amazon

Bestellung per Knopfdruck mit "Dash-Buttons" Handelsforscher: "Amazon geht es um Daten"

Stand: 31.08.2016 15:25 Uhr

Amazon dringt tiefer in den Alltag seiner Kunden vor. Eine der Ideen dafür: Knöpfe zum Bestellen von Artikeln. Die "Dash-Buttons" gibt es nun auch hierzulande. Ein Handelsforscher sagt: "Amazon will lieber Daten als Umsätze!"

Von Alexander Drost, NDR

Die kleinen Geräte kosten knapp 5 Euro und sehen aus wie ein USB-Stick mit einem Knopf darauf - verziert mit einem Markenlogo, wie zum Beispiel Persil, Whiskas oder Oral-B. Die Idee ist, dass die Kunden sie an einem passenden Ort in ihrem Haushalt anbringen - zum Beispiel direkt an der Waschmaschine - und dann drücken, wenn sie Waschmittel nachbestellen wollen.

"Dash"-Button von Amazon auf einer Waschmaschine | Bildquelle: Amazon
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"Dash"-Button von Amazon auf einer Waschmaschine | Bildquelle: Amazon

Preis und Vielfalt rücken in den Hintergrund

Die Bestellung wird dabei mit nur einem Knopfdruck ausgelöst. Jeder Knopf ist fest für nur ein Produkt programmiert. Davon profitieren Amazon als Händler und natürlich auch der entsprechende Hersteller eines Produktes, sagt Lars Hofacker vom EHI-Handelsforschungsinstitut: "Der Kunde achtet natürlich weniger auf den Preis und die Vielfalt. Die vielen Produkte werden möglicherweise dann ja nicht mehr bestellt, weil man sich ja erstmal auf ein Produkt festgelegt hat."

US-Kunden kritisieren gestiegene Preise

Bei einer Bestellung erhält der Nutzer eine Benachrichtigung auf seinem Smartphone. Da die Dash-Buttons selbst kein Display haben, ist das der erste Moment, in dem der Kunde den Preis sieht. In den USA hatte es wiederholt Kritik von Nutzern gegeben, dass die Artikel von einer Bestellung zur nächsten zum Teil deutlich teurer geworden seien. Jedes Mal, wenn der Kunde vom Preis überrascht werde, sei das ein Riesen-Problem, sagte dazu ein Amazon-Manager. Denn es gehe um Vertrauen, das leicht zu verlieren sei.

Daten wichtiger als Umsatz

In Amerika führte Amazon die Knöpfe im Frühjahr 2015 ein. In den vergangenen zwei Monaten hätten sich die Order über die Dash-Buttons in den USA verdreifacht. Dabei gehe es dem Online-Händler gar nicht primär um den Umsatz, sagt Boris Hedde vom Handelsinstitut IFH. Amazons Divise laute, dass Daten wichtiger seien als der Umsatz: "Näher dran am Kunden als jetzt geht nicht mehr. Amazon bekommt im täglichen Fokus mit, was sich für ein Bedarf ergibt. Das heißt, in die Zukunft gesprochen kann es sein, dass Amazon mir schon Waren vor die Tür legt, bevor ich sie überhaupt bestellt habe - weil die wissen, dass ich Bedarf habe. Das ist weiter, als jemals zuvor beim Händler gedacht werden konnte."

Haushaltsgeräte bestellen selbstständig

Außerdem startet Amazon in Deutschland auch die automatisierte Version eines Dienstes, bei der vernetzte Geräte wie Waschmaschinen, Staubsauger oder Drucker etwa Waschmittel, Staub-Beutel und Tintenpatronen selbst rechtzeitig nachbestellen können.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 31. August 2016 um 10:29 Uhr.

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