Wehende Fahne mit dem Logo des Flugzeugbauers Airbus | Bildquelle: GUILLAUME HORCAJUELO/EPA-EFE/REX

Korruptionsaffäre Airbus zahlt 3,6 Milliarden Euro

Stand: 31.01.2020 16:22 Uhr

Nach der außergerichtlichen Einigung soll Airbus insgesamt 3,6 Milliarden Euro an Kläger in drei Ländern zahlen. Der Flugzeugbauer will damit einen Schlusspunkt hinter eine mehrjährige Korruptionsaffäre setzen.

Nach der grundsätzlichen Einigung von Airbus mit Klägern in drei Staaten werden erste Zahlen bekannt: Der europäische Flugzeugbauer will nach Angaben der französischen Finanzbehörden weltweit insgesamt 3,592 Milliarden Euro zahlen, um Gerichtsverfahren wegen Korruption zu vermeiden.

Bereits Anfang der Woche war bekannt geworden, dass Airbus sich in der Sache mit Klägern in Frankreich, Großbritannien und den USA auf einen außergerichtlichen Vergleich geeinigt habe. Das Unternehmen erklärte, es stelle insgesamt 3,6 Milliarden Euro für etwaige Strafzahlungen zurück, nannte aber bislang keine Einzelbeträge.

Frankreich erhält den Löwenanteil

Der jüngsten Gerichtsentscheidung zufolge sollen allein 2,1 Milliarden Euro auf Frankreich entfallen, Großbritannien erhält knapp eine Milliarde Euro, mehr als 500 Millionen Euro gehen in die USA.

Die Summe dürfte sich stark auf die Jahresbilanz auswirken, die Airbus am 13. Februar vorstellen will - denn der Strafbetrag ist höher als der Gesamterlös von 3,1 Milliarden Euro aus dem Jahr 2018.

Ermittlungen seit Selbstanzeige

Die Justiz in Großbritannien und Frankreich hatte seit 2016 wegen des Verdachts der Bestechung ausländischer Beamter sowie Geldwäsche ermittelt. In den USA gab es von 2018 an zusätzlich Ermittlungen wegen möglicher Verstöße bei Waffenexporten mit US-Bestandteilen.

Französischen Ermittlern zufolge wurden in dem Fall Untersuchungen in 20 Ländern angestellt und zahlreiche frühere und derzeitige Funktionsträger befragt. Die Affäre war nach einer Selbstanzeige des Unternehmens ins Rollen gekommen und hat viele Manager um ihre Posten gebracht: Der frühere deutsche Konzernchef Thomas Enders schied aus, seit April vergangenen Jahres amtiert der Franzose Guillaume Faury als sein Nachfolger.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 31. Januar 2020 um 17:00 Uhr.

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