Absterbende Sitkafichten stehen im Revier Steinfelder Holz des Forstamtes Billenhagen bei Rostock. | Bildquelle: dpa

Bäume leider unter Dürre Die schwersten Waldschäden seit 200 Jahren

Stand: 27.07.2020 13:36 Uhr

Die Trockenheit setzt den Wäldern zu. Die Anzahl der geschädigten und gefällten Bäume hat sich binnen zwei Jahren auf 32 Millionen Kubikmeter nahezu versechsfacht. Vor allem die Mitte Deutschlands ist betroffen.

Anhaltende Dürrezeiten machen die deutschen Wälder anfällig für Schädlingsbefall. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, sind im vergangen Jahr etwa 32 Millionen Kubikmeter Schadholz geschlagen worden, sechsmal so viel wie noch 2017.

Vor allem Nadelbäume betroffen

"Die heimischen Wälder litten in den vergangenen Jahren unter Trockenheit und Hitzeperioden. Schädlinge wie der Borkenkäfer können sich in bereits geschwächten Bäumen besonders schnell vermehren", heißt es in der Erläuterung des Bundesamtes. Demnach waren zwei Drittel aller gefällten Bäume von Insekten befallen. 

Mit etwa 46 Millionen Kubikmetern lag der Anteil geschädigter Bäume am gesamten Holzeinschlag im vergangenen Jahr bei 68 Prozent - und damit mehr als dreimal so hoch wie noch 2010 (19,7 Prozent). Vor allem Nadelhölzer wie Fichten, Tannen, Douglasien, Kiefern und Lärchen sind betroffen.

Laut Statistischem Bundesamt führen die seit zwei Jahren anhaltenden Dürre- und Hitzephasen dazu, dass die Bäume geschwächt und besonders anfällig für Borkenkäfer und andere Insekten sind. Besonders geschädigt sind nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums Wälder in Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Hessen und Thüringen.

36 Prozent haben lichte Kronen

"Wir erleben gerade die schwerwiegendste Waldschaden-Situation seit Beginn der geregelten nachhaltigen Waldbetreuung und Waldbewirtschaftung, das heißt also seit mehr als 200 Jahren", sagte kürzlich Michael Müller, Professor für Waldschutz an der TU Dresden, zur aktuellen Situation Experten wiesen darauf hin, dass immer mehr Bäume unter Trockenheit leiden.

Laut der Waldzustandserhebung des Bundeslandwirtschaftsministerium stieg der Anteil von Bäumen mit deutlich lichten Kronen - ein Indiz für Stress, etwa durch Dürre, starken Wind, Insekten- oder Pilzbefall - im vergangenen Jahr auf 36 Prozent (2018: 29 Prozent). Lediglich ein Fünftel der Bäume zeigt demnach keine bedenklichen Anzeichen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 27. Juli 2020 um 14:15 Uhr.

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