Klassenzimmer in einer Hauptschule im Sauerland

Schulbuch-Studie zu Migration Probleme mit der Zuwanderung

Stand: 17.03.2015 18:13 Uhr

Wie das Thema Migration in Schulbüchern behandelt wird, hat ein Forschungsinstitut unter die Lupe genommen. Fazit: Zwar wird Deutschland auch als Einwanderungsland dargestellt - Konflikte aber werden dabei in den Vordergrund gerückt.

Zuwanderung ist der Studie zufolge in vielen Schulbüchern nach wie vor mehr als Problem denn als gesellschaftliche Normalität dargestellt. "Migration wird in den Sozialkunde- und Geschichtsschulbüchern, teilweise auch in Geografieschulbüchern primär als konfliktträchtig und krisenhaft dargestellt", so das Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung zu seiner Schulbuch-Studie "Migration und Integration" (PDF). In Auftrag gegeben hatte sie die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD). Von Menschen mit Zuwanderungshintergrund werde in den Schulbüchern oft "eine Anpassungsleistung an die deutsche Gesellschaft gefordert", so die Untersuchung.

"Das N-Wort gefunden"

Begriffe wie "Ausländer", "Fremde" oder "Migranten" würden teilweise synonym im selben Text benutzt. Auch werden laut Studie Metaphern wie "Schwemme", "Flut" oder "Strom" im Zusammenhang mit Flüchtlingen weiterhin benutzt. Sogar "das sogenannte N-Wort" für farbige Menschen habe man gefunden, so die Koordinatorin der Studie, Inga Niehaus: Zwar in Karikaturen, aber unreflektiert. Das Institut hatte zusammen mit dem Zentrum für Bildungsintegration an der Stiftung Universität Hildesheim für die Studie´65 aktuell benutzte Schulbücher der Klassen 9 und 10 untersucht. Ein Buch war bereits zwölf Jahre alt, die meisten aber stammten aus den vergangenen fünf Jahren.

Özoguz beklagt Klischees

Die Migrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz.
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Die Migrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz.

Özoguz verwies darauf, dass ein Drittel der Schüler hierzulande einen Migrationshintergrund haben und davon über 80 Prozent Deutsche sind. Klischees oder diskriminierende Darstellungen hätten in Schulbüchern nichts zu suchen, so Özoguz. Ein ermutigendes Ergebnis der Studie sei jedoch, dass in den Sozialkundebüchern Deutschland explizit als Einwanderungsland beschrieben werde.

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