Klimaprotester vor dem Brandenburger Tor | Bildquelle: AFP

Kritik an Regierungsparteien YouTuber werden politisch

Stand: 24.05.2019 20:18 Uhr

Nach seinem "Anti-CDU-Video" hat der YouTuber Rezo nachgelegt. Zusammen mit über 80 Unterstützern aus der Szene gibt er Wahlempfehlungen für die Europawahl ab. Im Fokus hat er dabei den Klimaschutz.

Von David Zajonz, ARD-Hauptstadtstudio

In den YouTube-Videos von Dagi Bee geht es normalerweise um trendige Sommerfrisuren, Make-Up und ihren süßen kleinen Hund.

Gerade macht aber ein Video die Runde, in dem Dagi die folgenden Sätze sagt: "Es gibt viele wichtige politische Themen. Aber nach der Risikohierarchie hat die potenzielle Zerstörung unseres Planeten offensichtlich die höchste Priorität."

Die deutsche YouTube-Szene politisiert sich. Schon beim Protest gegen die EU-Urheberrechtsreform und die damit verbundenen Upload-Filter engagierten sich viele YouTuber. Damals ging es aber noch um ein Thema, das ihre Arbeit als Künstler im Netz direkt betraf.

Weltweite Klima-Demos vor der EU-Wahl
tagesthemen 21:45, 24.05.2019, Christian Feld, ARD Berlin

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"Wählt nicht die CDU"

Jetzt geht es um das große Thema Klimaschutz. Über 80 YouTuber haben sich zusammengetan, um ihre Fans auf die Europawahl einzustimmen. "Wählt nicht die CDU, wählt nicht die CSU und wählt nicht die SPD", fordern die YouTuber.

Ihre Fans sollten demnach auch keine andere Partei wählen, die in Sachen Klimaschutz nicht nach dem wissenschaftlichen Konsens handelt. "Wählt schon gar nicht die AfD, die diesen Konsens sogar leugnet", heißt es in dem Video weiter.

Die AfD und die Regierungsparteien sind die Zielscheibe der YouTuber. Den Anfang machte Rezo am Samstag vergangener Woche. "Die Zerstörung der CDU" heißt sein Video. Darin wirft er der Partei vor, zu lügen und sich an Kriegsverbrechen zu beteiligen.

Fast eine Stunde lang prügelt Rezo auf die CDU ein. Die Schere zwischen Arm und Reich, Klimaschutz, die Unterstützung amerikanischer Kriegseinsätze: Rezo lässt kaum ein Politikfeld aus - und die CDU hilflos zurück.

Der YouTuber Rezo sitzt mit Hoodie vor der Kamera.
galerie

Der YouTuber Rezo rechnet in seinem Video mit der CDU ab.

CDU wirkt überfordert

Am Mittwoch ging CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak zum Gegenangriff über und sprach von einer "Vermischung von ganz vielen Pseudo-Fakten". Nur einen Tag später klang Ziemiak dagegen eher kleinlaut. Rezo habe in seinem Video viele Quellen angegeben.

"Keine dieser Quellen wird angezweifelt, diese Quellen sind an sich ja richtig", so Ziemiak. Für den Mittwochnachmittag hatte die CDU-Parteizentrale eigentlich eine Videoantwort angekündigt - mit dem jungen Abgeordneten Philipp Amthor.

Doch daraus wurde nichts. Die Partei entschied sich, das bereits fertig produzierte Antwortvideo doch nicht zu veröffentlichen. Stattdessen lud sie Rezo zu einem persönlichen Gespräch ein. Der Einladung legte die CDU ein elfseitiges PDF-Dokument mit ihrer Sicht der Dinge bei.

YouTuber werden zu politischer Größe

Rezos Reaktion: Ein zweites Video mit zahlreichen Unterstützern aus der YouTube-Szene und noch mehr Wut auf die Regierungsparteien. Und weil die SPD hier explizit genannt wird, lädt auch Generalsekretär Lars Klingbeil zum Dialog: "Was ihr von mir nicht erleben werdet ist, dass ich eine ganze Generation, die sich gerade politisch aufmacht, beschimpfe."

Das sei nicht sein Stil. "Eher im Gegenteil: Ich finde es gut, dass ihr eure Stimme erhebt. Wir als Politiker müssen Kritik aushalten".

Die Reaktionen von Spitzenpolitikern zeigen: Die YouTube-Szene wird zu einer politischen Größe in Deutschland.

Deutschlands YouTuber werden politisch - CDU überfordert
David Zajonz, ARD Berlin
24.05.2019 20:03 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. Mai 2019 um 20:00 Uhr.

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