Zwei junge Männer legen Blumen und Kerzen am Tatort nieder. | dpa

Tödlicher Angriff in Würzburg Großes Entsetzen und Trauer nach Messerattacke

Stand: 26.06.2021 14:15 Uhr

Drei Tote und fünf Schwerverletzte: Das Entsetzen und die Trauer nach dem Messerangriff in der Würzburger Innenstadt ist groß. Das Motiv des mutmaßlichen Täters ist weiter unklar - er stach offenbar wahllos auf Passanten ein.

Nach dem Messerangriff in der Würzburger Innenstadt ist das Motiv des mutmaßlichen Täters weiter unklar. Gestern hatte ein 24-jähriger Mann offenbar wahllos drei Menschen getötet und weitere schwer verletzt. Untersucht werde noch in alle Richtungen, heißt es.

Am Nachmittag wollen die Ermittler die Öffentlichkeit über weitere Einzelheiten unterrichten. Geplant ist eine Pressekonferenz der Polizei gemeinsam mit Innenminister Joachim Herrmann um 15 Uhr.

Bundesregierung: "Entsetzliche Tat"

Die Bundesregierung reagierte mit Erschütterung hat auf die Messerattacke. "Seine entsetzliche Tat richtet sich gegen jede Menschlichkeit und jede Religion"“, schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert auf Twitter. "Alle Gedanken und Gebete sind heute bei den Schwerverletzten und den Familien der Opfer in ihrem Schmerz."

Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeigte sich "erschüttert“. "Der Täter hat mit äußerster Brutalität gehandelt. Für diese menschenverachtende Tat wird er durch den Rechtsstaat zur Verantwortung gezogen", erklärte er. Ganz Deutschland trauere mit den Angehörigen der Opfer. Er dankte auch den Polizisten und den Rettungskräfte für ihren Einsatz,  hieß es in der Mitteilung.

Söder ordnet Trauerbeflaggung an

Ministerpräsident Markus Söder ordnete für Bayern Trauerbeflaggung an: "Die Ereignisse sind unfassbar und schockierend", sagte er. Bayern trauere um die Opfer. "Wir bangen, beten und hoffen mit den Verletzten und den Angehörigen." Besonders dankte der CSU-Chef den Bürgern, die in der Würzburger Innenstadt versucht hätten, den Angreifer zu stellen und in Schach zu halten: "Das war ein ganz beeindruckendes Engagement." Nun müssten die Umstände der Tat und die Motive geklärt werden.

Markus Söder äußert sich zur Messerattacke in der Würzburger Innenstadt.

Bayerns Ministerpräsident Söder sprach von "schockierenden Ereignissen" und ordnete Trauerbeflaggung für den Freistaat an.

Auch Innenminister Horst Seehofer dankte den mutigen Zivilisten. "Nach allem, was wir wissen, ist es dem couragierten Eingreifen mutiger Männer und Frauen in Würzburg und dem entschlossenen Handeln der Polizei zu verdanken, dass noch Schlimmeres verhindert wurde", sagte Seehofer der "Bild am Sonntag".

Am Morgen nach der tödlichen Messerattacke in Würzburg bleibt einer der Tatorte weiter abgeriegelt. An der Fassade des betroffenen Geschäfts legten Menschen Blumen nieder und stellten Kerzen auf. Die Läden und Cafés in unmittelbarer Nähe hatten aber geöffnet, wie Augenzeugen berichteten. 

Täter vermutlich psychisch krank

Der Mann hatte am Freitag offensichtlich grundlos Passanten attackiert und von der Polizei mit einem Schuss ins Bein überwältigt worden. Jetzt liegt er in einem Krankenhaus der Stadt. Unklar ist, ob es bereits einen Haftbefehl gibt und ob er in ein Gefängnis verlegt werden kann.

Nach Angaben von Innenminister Joachim Herrmann handelt es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen 24-jährigen Mann aus Somalia, der zuvor psychisch auffällig gewesen sei. Er lebte demnach seit 2015 in Würzburg, zuletzt habe er in einer Obdachlosenunterkunft gewohnt und sei in den vergangenen Monaten auffällig gewesen durch Gewalttätigkeiten. Erst vor einigen Tagen sei er zwangsweise in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen worden.

Er stach "auf eine Vielzahl" von Menschen ein

Bei dem Angriff in der Würzburger Innenstadt waren am Freitag drei Menschen getötet und mehrere weitere schwer verletzt worden. Zu der Tat kam es laut Polizeiangaben um kurz nach 17.00 Uhr nahe des zentralen Würzburger Barbarossa-Platzes. Der Angreifer stach dabei nach Angaben von Minister Herrmann in der Innenstadt "auf eine Vielzahl" von Menschen ein. Einige Passanten hätten sich dem Angreifer couragiert in den Weg gestellt. "Der Angreifer wurde nach polizeilichem Schusswaffengebrauch überwältigt", hieß es laut Polizei.

Zeugen sprechen von unglaublicher Brutalität

Nach einer Zeugenaussage soll der Täter mit unglaublicher Brutalität auf seine Opfer eingestochen haben. Einer Zeugenaussage zufolge soll er bei der Tat "Allahu Akbar" (Gott ist groß) gerufen haben, wie Herrmann sagte. Ein mögliches islamistisches Motiv der Tat und das Umfeld des Täters müssten nun intensiv überprüft werden.

Im Bayerischen Rundfunk sagte Herrmann, es gebe bislang keinerlei Hinweise, dass es zwischen dem Täter und den Opfern eine persönliche Beziehung gebe. Welche Identität die Opfer haben, ist bisher unklar. Unter den Verletzten soll auch ein kleiner Junge sein, sein Vater soll tot sein. Herrmann sagte laut "Main Post", überwiegend seien die Opfer Frauen gewesen, der Täter habe sie wohl wahllos ausgesucht.

Über dieses Thema berichteten am 26. Juni 2021 tagesschau24 um 10:00 Uhr und die tagesschau um 12:00 Uhr.