Wolf | dpa

Zahlen für Deutschland Wölfe breiten sich weiter aus

Stand: 02.12.2021 15:10 Uhr

In Deutschland sind derzeit 157 Wolfsrudel erfasst - 26 Rudel mehr als im Vergleichsraum des Vorjahres. Der WWF fordert für Weidetierhalter mehr Unterstützung, um Angriffe von Wölfen besser abzuwehren.

In Deutschland ist die Zahl der freilebenden Wölfe weiter gestiegen. Im Untersuchungszeitraum 2020/2021 zählten die Behörden in den Ländern insgesamt 157 Rudel, wie das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) bekannt gaben. Das waren 26 Rudel mehr als im Vergleichszeitraum 2019/2020 mit 131 Wolfsrudeln. Mindestens 403 erwachsene Wölfe lebten in den Gebieten.

Neben den Rudeln wurden nach Angaben des Bundesamts bundesweit 27 Wolfspaare und 19 sesshafte Einzeltiere bestätigt. Die Zahl der Wolfspaare halbierte sich damit, die Zahl der Einzeltiere lag über jenen des vorherigen Beobachtungszeitraums. Damals waren 45 Paare und neun ortstreue Einzelwölfe registriert worden.

Mehrere Bundesländer Hauptlebensräume

Nach wie vor lebt der Großteil der Wölfe in einem breiten Streifen von Sachsen in nordwestlicher Richtung über Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern nach Niedersachsen. Weitere Wolfsterritorien wurden in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen nachgewiesen.

Die meisten Wolfsrudel lebten im Beobachtungszeitraum zwischen Mai 2020 und April 2021 in Brandenburg (49), gefolgt von Niedersachsen (35) und Sachsen (29). Die Periode deckt sich mit einem biologischen Wolfsjahr von der Geburt der Welpen bis zum Ende des ersten Lebensjahres.

Viele Wölfe bei Unfällen getötet

Insgesamt 138 Wölfe wurden in dem Untersuchungszeitraum tot aufgefunden. Davon verendeten 107 durch Verkehrsunfälle. Bei 13 Wölfen war die Todesursache natürlichen Ursprungs, neun Wölfe wurden illegal getötet. Bei fünf Wölfen war die Todesursache unklar, und vier Wölfe wurden im Rahmen von Managementmaßnahmen gezielt getötet.

Mehr Schutz für Nutztiere gefordert

Nach Ansicht der Naturschutzorganisation WWF zeigen die aktuellen Zahlen zum Wolfsbestand, dass in Deutschland flächendeckend ein wolfsabweisender Herdenschutz nötig ist. "Weidetierhalter brauchen dafür geeignete Zäune, gut trainierte Herdenschutzhunde, ausreichende Schulungs- und Beratungsangebote sowie finanzielle Unterstützung." Dafür sollten die Bundesländer EU-Fördermittel in Anspruch nehmen.

Im Jahr 2020 wurden der DBBW 942 (2019: 887) Wolfsübergriffe mit 3959 (2894) getöteten, verletzten oder vermissten Nutztieren gemeldet. Die Bundesländer mit Wolfsvorkommen gaben demnach insgesamt rund 9,5 Millionen Euro für Herdenschutz- und Schadenausgleichzahlungen aus.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 02. Dezember 2021 um 15:10 Uhr.