Die von der Flut zerstörte Eisenbahnbrücke über dem Fluss Ahr in Altenahr.

Ein Jahr nach Flutkatastrophe Wetterdienst optimiert Warnsystem

Stand: 12.07.2022 18:12 Uhr

Der Deutsche Wetterdienst will verständlicher und frühzeitiger vor Unwettern warnen. Dies ist eine Reaktion auf die Flutkatastrophe vor einem Jahr, bei der man zwar zutreffend gewarnt habe, aber nicht ernst genug genommen wurde.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) will als Reaktion auf das verheerende Hochwasser im Westen und Südwesten Deutschlands vor einem Jahr sein Warnsystem verändern. "Die frühzeitigen und zutreffenden Warnungen des DWD wurden damals noch nicht optimal genutzt. Deshalb passen wir unser Warnsystem an", sagte Vorstandsmitglied Renate Hagedorn.

So sollen die Warnungen künftig verständlicher werden, etwa indem die Wahrscheinlichkeit kommuniziert wird, dass das Ereignis eintritt, und indem genauer erklärt wird, was genau die Folgen des Wetterereignisses sein könnten. "Die Betroffenen sollen die Auswirkungen der Unwetter besser einschätzen können", sagte Hagedorn.

Außerdem sollen die DWD-Warnungen stärker auf die verschiedenen Bedürfnisse verschiedener Nutzer zugeschnitten werden - etwa Einwohner bestimmter Gebiete und Rettungskräfte. Zudem solle auch frühzeitiger gewarnt werden.

DWD: Haben zutreffend vor der Flut gewarnt

Hagedorn betonte jedoch, dass der DWD fachlich zutreffend vor der Flutkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz mit etwa 190 Toten gewarnt hatte. Im rheinland-pfälzischen Untersuchungsausschuss hatte sie im Januar erklärt: "Wir haben rechtzeitig gewarnt und waren erschüttert, was tatsächlich passiert ist."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. Juni 2022 um 16:21 Uhr.