Böblingen: Ein Räumfahrzeug der Autobahnmeisterei steht nach einem Glatteisunfall auf der B464 im Straßengraben.  | dpa

Winterwetter in Deutschland Schwere Unfälle durch Schnee und Glatteis

Stand: 13.01.2021 10:23 Uhr

Glatteis, Hagelschauer, Schnee: Das Winterwetter hat für massive Probleme auf Deutschlands Straßen gesorgt. Es gab zahlreiche Unfälle, ein Mensch starb, mehrere wurden verletzt. Auch tagsüber kann es vielerorts glatt bleiben.

Winterliche Bedingungen haben in der Nacht in Deutschland zum Teil für Verkehrschaos gesorgt. Im Norden Niedersachsens wurde ein Autobahnabschnitt wegen mehrerer Glatteis-Unfälle gesperrt. Im Süden und Westen kam es wegen liegen gebliebener Fahrzeuge zu zahlreichen Verkehrsbehinderungen. Bis zum frühen Morgen kam bei Unfällen mindestens ein Mensch ums Leben, mehrere wurden schwer verletzt. Allerdings blieb es meistens bei Blechschäden und Leichtverletzten, wie die Polizeistellen mitteilten. Das Wetter soll tagsüber winterlich bleiben - in vielen Teilen Deutschlands ist wieder Schnee und Glätte vorhergesagt.

Ein Traktor räumt bei Marktoberdorf (Bayern) in einem Hof Schnee beiseite | dpa

Auch Bayern - wie hier bei Marktoberdorf - ist von Glätte und Schnee betroffen. Bild: dpa

Glatte Straße: Ein Toter in Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern fuhr ein 18-Jähriger mit seinem Auto gegen einen Baum. Der junge Mann war nach Angaben der Polizei vermutlich zu schnell gefahren, mit seinem Fahrzeug von der glatten Straße abgekommen und in mehrere Leitplanken und dann in den Baum gekracht. Er starb am Unfallort, sein Beifahrer wurde schwer verletzt.

In Niedersachsen musste die Autobahn 27 nahe Bremen für drei Stunden gesperrt werden. Hier gab es bei Hagelschauern und Glatteis am Abend Unfälle mit Autos, Kleintransportern und Lastwagen. Verletzt wurden bei den Unfällen niemand. Auf einer Straße in Nordsachsen kam ein Winterdienstfahrzeug von der Fahrbahn ab. Der Fahrer wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. In der Nähe von Neulingen in Baden-Württemberg überschlug sich ein Wagen. Mit schweren Verletzungen wurde der Autofahrer ins Krankenhaus gebracht.

Auch die bayerische Polizei registrierte ein deutlich erhöhtes Unfallaufkommen aufgrund der winterlichen Bedingungen. Ein Polizist knallte wegen Straßenglätte mit seinem Wagen in eine Leitplanke. Anschließend wurde sein Auto von einem anderen Fahrzeug erfasst. Der Beamte zog sich schwere Verletzungen zu. Allein in Niederbayern musste die Polizei bis zum späten Dienstagabend über 100 Mal ausrücken - meist wegen Blechschäden an Fahrzeugen, "die von der Fahrbahn abgekommen sind oder den Berg nicht mehr geschafft haben", hieß es.

Mehrere Unfälle auch in Schleswig-Holstein

Glatte Straßen sorgten auch in Schleswig-Holstein für zahlreiche Unfälle. Insgesamt habe es zwischen Dienstagabend und Mittwochmorgen rund 50 mal gekracht, teilte die Polizei mit. Besonders betroffen war der Süden des Landes. Hier zählten die Einsatzkräfte 20 Unfälle mit insgesamt zwei Schwerverletzten.

Im Kreisgebiet Warendorf in Nordrhein-Westfalen wurden bei mehreren Glätteunfällen fünf Menschen verletzt. In der Regel kamen die Fahrer von der Straße ab und verletzten sich dabei leicht, wie die Polizei am Mittwochmorgen mitteilte.

Staus und Straßensperrungen in Teilen Deutschlands

Liegengebliebene Fahrzeuge führten auch in anderen Teilen Deutschlands zu Staus und Straßensperrungen. So war ein Lkw-Fahrer auf glatter Fahrbahn bei Speyer in Rheinland-Pfalz zu schnell in eine Kurve gefahren - das Fahrzeug stellte sich quer, der angekoppelte Anhänger kippte um. Die Straße wurde für mehrere Stunden gesperrt.

Laut Polizei dürfte sich die Zahl der Verletzten im Laufe des Tages noch deutlich erhöhen, sobald alle Unfälle aus der Nacht erfasst wurden.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 13. Januar 2021 um 11:00 Uhr.