Fahrräder an einem Stellplatz in Freiburg | Bildquelle: dpa

Zahlen der Bundesregierung Weniger Fahrraddiebstähle in Deutschland

Stand: 12.06.2020 13:55 Uhr

Seit fünf Jahren sinkt die Zahl der geklauten Fahrräder, nur in Sachsen geht der Trend in die andere Richtung. Die sächsische Polizei beschäftigt jedoch nicht nur die Aufklärung der Fälle, sondern auch das eigene "Fahrradgate".

Die Zahl der Fahrraddiebstähle in Deutschland ist der Bundesregierung zufolge in den vergangenen fünf Jahren deutlich zurückgegangen. Zwischen 2015 und 2019 sank die Zahl der geklauten Räder um rund 17 Prozent, wie aus einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des FDP-Bundestagsabgeordneten Christian Jung hervorgeht.

Demnach wurden im vergangenen Jahr 271.500 Räder gestohlen, 2015 waren es noch 328.854. "Corona-bedingt ist davon auszugehen, dass sich die gemeldeten Diebstähle in diesem Jahr deutlich reduzieren werden", prognostizierte Jung.

In Sachsen-Anhalt, Hamburg und Schleswig-Holstein war der Rückgang der Diebstähle der Antwort zufolge mit rund 30 Prozent am stärksten. Das einzige Bundesland mit einem Anstieg an geklauten Rädern war demnach Sachsen. Wurden im Freistaat 2015 noch 19.077 Fahrräder als gestohlen gemeldet, waren es 2019 20.551.

"Fahrradgate" bei sächsischer Polizei

Die sächsische Polizei muss sich allerdings nicht nur mit der Aufklärung der Diebstähle befassen, sondern darüberhinaus mit der Verstrickung der eigenen Beamten. In einem Skandal um den günstigen Verkauf sichergestellter Räder ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen eine "Vielzahl" von Beamten der sächsischen Polizei. Die Verdächtigen gehörten nicht nur zur Polizeidirektion Leipzig, erklärte Behördensprecherin Vanessa Fink.

Leipzig ist der Schauplatz des sogenannten "Fahrradgates". Beschlagnahmte Räder, die gemeinnützigen Zwecken zugeführt werden sollten, sollen von hier aus bei Polizisten und ihren Familien gelandet sein. Die "Dresdner Morgenpost" hatte berichtet, dass es um rund 1000 Räder gehe.

Zu den Zahlen, auch der Beschuldigten, machte Fink keine Angaben. Die Staatsanwaltschaft führe mehrere Ermittlungsverfahren wegen Korruptionstatbeständen, Strafvereitelung im Amt sowie wegen Diebstahls und Unterschlagung. Ermittelt werde schon seit Mitte 2019.

Spott in den Sozialen Medien

Im Kurznachrichtendienst Twitter löste der Skandal beißenden Spott aus. Neben dem Titel "Fahrradgate" bekam das Geschehen auch noch den Hashtag #VerdächtigGuteBikes verpasst. Das lehnt sich an den Werbeslogan der sächsischen Polizei für "verdächtig gute Jobs" an.

Der Linken-Landtagsabgeordnete Marco Böhme postete eine Kleine Anfrage, die er ans Innenministerium gestellt hat. In satirischem Ton will er unter anderem wissen, seit wann der Staatsregierung Kenntnisse vorliegen, "dass Teile der Polizeidirektion Leipzig so dringend auf nicht fossile Transportmittel umsteigen möchten".

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. Juni 2020 um 15:30 Uhr.

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