Ein Baumstumpf steht bei Hagen (NRW) auf einer durch Borkenkäferbefall zerstörten Waldfläche. | Bildquelle: dpa

Trockenheit und Borkenkäfer Waldschäden noch größer als angenommen

Stand: 19.08.2020 11:47 Uhr

Mehr Schadholz und mehr Aufforstungsflächen - aus den deutschen Wäldern gibt es wieder schlechte Nachrichten. Zudem fließen die Finanzhilfen an Waldbesitzer nur spärlich, doch das Landwirtschaftsministerium hat nachgebessert.

Erneut schlechte Nachrichten aus den deutschen Wäldern: Schädlinge, Trockenheit und Stürme haben noch größere Schäden verursacht als bisher bekannt war.

Seit 2018 sind geschätzt zusammen rund 178 Millionen Kubikmeter Schadholz angefallen. Bisher war das Bundeslandwirtschaftsministerium auf Grundlage von Daten aus den Bundesländern noch von 160 Millionen Kubikmeter ausgegangen.

Etwa 285.000 Hektar müssen nach Angaben des Ministerium aufgeforstet werden - das sind 40.000 Hektar mehr als bisher gedacht. Insgesamt gibt es in Deutschland mehr als elf Millionen Hektar Wald.

Tiefere Bodenschichten zu trocken

Besonders stark von Waldschäden betroffen sind demnach Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Niedersachsen und Hessen. Dürre und Borkenkäfer hätten die Widerstandskraft der Bäume so geschwächt, dass insbesondere die Fichten in den Tieflagen abstürben, teilte die Behörde von Agrarministerin Julia Klöckner mit.

Der Regen der vergangenen Wochen könnte die Situation regional etwas entspannt haben, in tieferen Bodenschichten fehle aber immer noch Wasser.

Finanzhilfe nur zum Teil ausgezahlt

Bund und Länder hatten bereits Finanzhilfen für die Wiederaufforstung, aber auch die Anpassung der Wälder an den Klimawandel beschlossen. Davon ist aber erst ein kleinerer Teil - 31 von 138 Millionen Euro für 2020 - an Waldbesitzer ausgezahlt worden, wie die Funke-Mediengruppe berichtet. Dies werde sich in der zweiten Jahreshälfte aber ändern, gibt sich das Ministerium überzeugt. Es seien Förderrichtlinien angepasst und Obergrenzen aufgehoben worden.

Auf einem "Waldgipfel" im vergangenen September hatten Bund und Länder bis 2023 insgesamt 470 Millionen Euro Bundesmittel und 330 Millionen der Länder für private und kommunale Waldeigentümer zugesagt. Die EU stimmte dem Plan im Juli diesen Jahres zu.

Außerdem sind im Konjunkturpaket der Bundesregierung gegen die Folgen der Corona-Krise zusätzlich insgesamt 700 Millionen Euro Bundesmittel zur Unterstützung der Forstwirtschaft vorgesehen. Damit soll neben der nachhaltigen Bewirtschaftung auch das Bauen mit Holz gefördert werden.

Waldschäden noch größer als bisher bekannt
Kilian Pfeffer, ARD Berlin
19.08.2020 17:45 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 19. August 2020 um 09:15 Uhr.

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