Von Fichtenborkenkäfern befallene Fichten nahe der Rangerstation Königskrug am Berg Achtermann im Harz | Bildquelle: dpa

Masterplan der Unionsminister 800 Millionen Euro sollen Wälder retten

Stand: 01.08.2019 17:49 Uhr

Stürme, Dürre, Borkenkäfer - die deutschen Wälder stehen vor dem Kollaps. Für ihre Rettung haben Unions-Länderminister einen millionenschweren Masterplan verfasst. Das Geld soll der Bund bereitstellen.

Der Umweltverband BUND hatte zuletzt vor einem "Waldsterben 2.0" gewarnt, der Bund Deutscher Forstleute den Klimanotstand für den Wald ausgerufen: Angesichts des dramatisch schlechten Zustands der deutschen Wälder haben die Forstminister von CDU und CSU einen Masterplan erarbeitet. Der Bund solle dafür in den kommenden vier Jahren 800 Millionen Euro zur Verfügung stellen, heißt es in der "Moritzburger Erklärung", die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner nach einem Krisentreffen in Moritzburg in Sachsen übergeben wurde.

Teilgenommen an dem Treffen hatten die unionsgeführten Forstressortchefs sowie weitere Vertreter der Länder Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen.

"Die Wälder in Deutschland sind derzeit einer katastrophalen Situation ausgesetzt, die mit den Sturmschäden im Herbst 2017 ihren Anfang nahm, durch die langanhaltende Dürre des vergangenen Jahres verstärkt wurde und sich mit dem andauernden warmen und trockenen Wetter immer weiter zuspitzt", sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, der ebenfalls an dem Treffen teilnahm.

Unions-Agrarminister suchen Lösungen gegen das Waldsterben
tagesthemen 22:15 Uhr, 01.08.2019, Claudia Reiser, MDR

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Private Waldbesitzer mit Schäden überfordert

Laut sächsischem Umweltministerium soll das geforderte Geld den Ländern für akute, aber auch langfristige Maßnahmen zum Erhalt des Waldes zur Verfügung gestellt werden.

"Die vorhandenen personellen, logistischen und finanziellen Mittel reichen gegenwärtig nicht aus, um frisch befallene Bäume zeitnah einzuschlagen und für einen Abtransport des Holzes zu sorgen", heißt es in der Erklärung. Insbesondere private, aber auch öffentliche Waldbesitzer seien vielfach mit den notwendigen Arbeiten bei der Schadenssanierung und der Bekämpfung der Schadinsekten überfordert. Die Aufteilung der Bundesmittel soll jeweils jährlich nach dem Umfang der Schäden in den Ländern erfolgen.

Waldrettung eine "Generationenaufgabe"

Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner brachte als Geldquelle den Klimafonds der Bundesregierung ins Gespräch. Nach Ansicht der Ministerin haben die Waldschäden ein nationales Ausmaß angenommen. "Unser Wald ist in Gefahr." Es gebe eine Addition von Schäden durch Stürme, Trockenheit und Borkenkäferbefall, der den Wäldern zugesetzt habe. Dies sei noch nicht zu Ende. Klöckner sprach sich für stabile Mischwälder aus. "Es ist eine Generationenaufgabe." Man habe aber die Pflicht, schon heute aktiv zu sein. Man benötige den Wald dringend als "Klimaschützer Nummer eins".

Der in Moritzburg verabschiedete "Masterplan" umfasst Vorschläge zu nachhaltiger Waldbewirtschaftung, Schadensbeseitigung und den Waldumbau, der durch den Klimawandel notwendig wird. Eine nachhaltige Nutzung bedeute auch einen verstärkten Einsatz von Holz im Bau, in Industrie und Handwerk, heißt es darin.

BUND setzt eine Milliarde an

Bundesweit haben Stürme, Dürre und Borkenkäfer den Angaben zufolge seit dem vergangenem Jahr mehr als 100.000 Hektar Wald zerstört. Die Holzpreise seien im Keller, betonte Sachsens Forstminister Thomas Schmidt. Waldbesitzer seien mit den Ressourcen an ihren Grenzen angelangt. Für Sachsen gab Ministerpräsident Kretschmar als Ziel vor, bis 2030 50 Millionen neue Bäume zu pflanzen.

Der BUND begrüßte das Krisentreffen. Allerdings könne das nur "ein erster Schritt sein", so BUND-Chef Hubert Weigner. Der Umweltverband forderte konkrete und effektive Maßnahmen, um das Waldsterben zu stoppen. Dafür sei ein Waldumbauprogramm in Höhe von mindestens einer Milliarde Euro nötig.

Insgesamt verfügt Deutschland etwa über elf Millionen Hektar Waldfläche. Das sind etwa ein Drittel der Landesfläche.

Klöckner will den Wald retten - Grüne: Nicht nur Nutzwald, bitte!
Vera Wolfskämpf, ARD Berlin
01.08.2019 11:02 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 01. August 2019 die tagesschau um 17:00 Uhr und Deutschlandfunk um 18:00 Uhr in den Nachrichten.

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