Durch die Stäbe eines Kinderbetts sieht man die Füße eines Babys. | dpa

Vornamen 2021 Emilia und Matteo oben auf der Hitliste

Stand: 30.12.2021 08:42 Uhr

Die Liste der beliebtesten Vornamen hat dieses Jahr zwei neue Spitzenreiter: Während sich Emilia langsam nach oben gekämpft hat, kommt Matteos Aufstieg geradezu kometenhaft. Es gibt auch eine große Verliererin.

Emilia und Matteo haben es geschafft: Sie sind die beliebtesten Vornamen in diesem Jahr - zumindest auf der jährlichen Liste des Hobby-Namensforschers Knud Bielefeld.

Beide Namen stehen erstmals auf Platz eins von Bielefelds Liste, der dafür mit seinem kleinen Team auf Daten aus 433 Städten zurückgegriffen hat - zwei Drittel von Standesämtern, der Rest aus Babygalerien von Geburtskliniken. 230.000 Geburtsmeldungen hat Bielefeld dieses Jahr erfasst - das sind etwa 30 Prozent der in Deutschland geborenen Babys.

Knud Bielefeld | picture alliance/dpa

Der Herr der Vornamen: Knud Bielefeld Bild: picture alliance/dpa

Matteos Aufstieg sehr ungewöhlich

Emilia sei über die Jahre ganz langsam, aber stetig nach oben geklettert, sagt der Namensexperte. "Matteo dagegen ist sehr steil bergauf gegangen. Der war vor zwei Jahren noch nicht einmal Top Ten und jetzt schon auf der Nummer 1. Das ist sehr ungewöhnlich." Eine Erklärung hat Bielefeld nicht. Viele Eltern ließen sich bei der Namenswahl von berühmten Vorbildern inspirieren, bei Matteo aber sei ihm keines bekannt.

Beide Namen würden aber gut in die deutsche Namenslandschaft passen, sagt Bielefeld. Bei Emilia fielen einem ähnliche Namen ein wie Ella, Emma oder Emily. Auch Matteo habe viele ähnliche Namen, die schon länger bekannt seien, etwa Mattis, Matthias oder Mats. "Die Namen sind schon sehr vertraut, aber haben auch ein bisschen was Neues", sagt der Experte.

Alte Bekannte und eine große Absteigerin

Im weiteren Verlauf der Hitliste stehen viele alte Bekannte: Hannah, Mia, Emma und Sophia bei den Mädchen, Noah, Leon, Finn und Elias bei den Jungen - alles Namen, die schon länger in den Top 10 anzutreffen seien.

Ein Name habe sogar Corona-Bezug: Luca. Die Frage sei gewesen, ob Eltern wegen der Luca-App, die derzeit coronabedingt auf fast jedem Smartphone zu finden ist, ihre Kinder nicht mehr so nennen. "Das ist aber nicht passiert. Der Name ist eher noch beliebter geworden dieses Jahr." Er landete auf Platz acht, in den vergangenen Jahren stets auf 12 oder 13. Im Sommer kam auch ein Computeranimationsfilm der Pixar-Studios namens "Luca" beim Streamingdienst Disney+ heraus, was zur Beliebtheit beitragen haben könnte.

Klarer Absteiger ist weiter der Name Greta. Bis 2019 sei er in der Gegend um Platz 30 anzutreffen gewesen, vergangenes Jahr dann auf Platz 130 gestürzt, nun liege Greta auf Platz 200, so Bielefeld.

Traditionell im Süden, amerikanisch im Osten

Gleich geblieben sind hingegen die typischen regionalen Unterschiede, wie Bielefeld erläutert. In Süddeutschland kommen häufiger Namen vor, die eigentlich aus der Mode sind, dort aber von Generation zu Generation weitergegeben werden - etwa Annika, Nina, Franziska, Sebastian, Matthias und Dominik.

In Norddeutschland sind demnach oft skandinavische, friesische Namen wie Ava, Jetta, Lena, Jonte, Joris und Piet überproportional vertreten. In Ostdeutschland seien eher Retro-Namen sowie englische und amerikanische Namen beliebt, also zum Beispiel Anton, Theodor und Paul sowie Mathilda, Frieda und Emma.

Natürlich haben auch wieder außergewöhnliche Namen Einzug in die Statistik gefunden: Bendix, Wisdom oder Napoleon bei den Jungs sowie Alondra, Diliana oder Soley bei den Mädchen.

Eine ähnliche Statistik wie die Bielefelds gibt auch jährlich die Gesellschaft für deutsche Sprache heraus - allerdings erst später.

Über dieses Thema berichtete NJoy-Radio am 30. Dezember 2021 um 06:30 Uhr.