Passanten gehen über eine Brücke in San Antonio,Texas | Bildquelle: AP

Corona-Krise in den USA Neuinfektionen auf Höchstwert seit April

Stand: 25.06.2020 11:06 Uhr

Die Lage in den USA spitzt sich zu: Binnen eines Tages wurden 34.700 neue Infektionsfälle gemeldet - fast so viele wie zum bisherigen Höhepunkt der Krise im April. Vor allem im Süden des Landes steigen die Zahlen dramatisch.

Die Corona-Krise hat sich in den USA erneut verschärft. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität wurden binnen 24 Stunden 34.700 neue Infektionsfälle verzeichnet. Das sind fast so viele Neuinfektionen wie zum bisherigen Höhepunkt der Krise Ende April, als an einem Tag 36.400 Fälle gemeldet wurden. Besonders deutlich ist der Anstieg im Süden des Landes. Die Bundesstaaten New York, New Jersey und Connecticut ordneten deshalb an, dass Reisende aus mehreren Staaten des Südens in Quarantäne müssen. Landesweit wurden bislang mehr als 2,3 Millionen Infektionsfälle und mehr als 120.000 Todesfälle registriert.

Krise verlagert sich in den Süden

Die Vereinigten Staaten sind das mit Abstand am härtesten von der Pandemie betroffene Land der Welt, gefolgt von Brasilien mit bislang mehr als 1,18 Millionen Infektionsfällen und 53.830 Todesfällen. Seit zwei Wochen werden in rund der Hälfte der 50 US-Bundesstaaten deutlich steigende Ansteckungsraten verzeichnet. Dies gilt besonders für Regionen des Südens - so registrieren die Bundesstaaten Texas und Florida derzeit ihre höchsten Infektionsraten seit Beginn der Krise.

Beobachter führen dies unter anderem auf eine voreilige Lockerung der Corona-Beschränkungen zurück. Der texanische Gouverneur Greg Abbott appellierte nun an die Einwohner, möglichst daheim zu bleiben und beim Verlassen ihrer Häuser Atemschutzmasken zu tragen.

Temperatur und Ausweißkontrolle vor einem Restaurant am Strand von Miami | Bildquelle: AFP
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Temperaturkontrolle vor einem Restaurant in Miami - besonders im Süden der USA verschärft sich die Lage.

Quarantäne für Reisende aus dem Süden

New York und seine Nachbarstaaten New Jersey und Connecticut ordneten eine zweiwöchige Quarantäne für aus Alabama, Arkansas, Arizona, Florida, South Carolina und Texas eintreffende Reisende an. Bei Verstößen in New York drohen Geldstrafen von 2000 Dollar sowie 5000 Dollar im Wiederholungsfall, wie Gouverneur Andrew Cuomo mitteilte. Reisende aus den inzwischen besonders von der Pandemie betroffenen Gegenden könnten "die Infektion mit sich bringen", warnte Cuomo. "Wir sollten der Realität ins Auge sehen. Leugnen ist keine Lebensstrategie."

Der Schritt zeigt, wie sich die Coronavirus-Krise in den USA regional verlagert hat: Lange Zeit waren der Bundesstaat New York und die gleichnamige Millionenstadt das Epizentrum der Pandemie, dort starben mehr als 30.000 Menschen. Mit strikten Maßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen und Geschäftsschließungen konnte die Lage in der Metropole aber in den vergangenen Monaten unter Kontrolle gebracht werden. 

EU will Einreiseverbot offenbar verlängern

Kritiker geben Präsident Donald Trump eine Mitschuld an den verheerenden Auswirkungen des Coronavirus in seinem Land. Trump hatte die Gefahr durch den Erreger zunächst kleingeredet und dringt bereits seit Monaten auf eine rasche Rückkehr zur Normalität. Vor einigen Tagen startete Trump auch seine Wahlkampfkundgebungen. Er trägt dabei keine Maske.

Wegen der steigenden Infektionszahlen prüft die Europäische Union Medienberichten zufolge, US-Reisenden auch nach der ab dem 1. Juli geplanten schrittweisen Öffnung der EU-Außengrenzen die Einreise zu verweigern. US-Außenminister Mike Pompeo sagte dazu, er erwarte eine Einigung mit der EU über eine Wiederaufnahme des Reiseverkehrs "in den kommenden Wochen".

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. Juni 2020 um 10:00 Uhr.

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