Teilnehmer der Abschlusskundgebung der "Unteilbar"-Demo vor der Berliner Siegessäule | Bildquelle: dpa

Großdemo "#Unteilbar" Zeichen der Solidarität in Berlin

Stand: 14.10.2018 02:29 Uhr

Fast eine Viertelmillion Menschen aus der ganzen Bundesrepublik haben am Samstag in Berlin ein Zeichen gegen Rassismus und Hass gesetzt. Sie waren dem Aufruf zur "#Unteilbar"-Großdemo gefolgt, deren Veranstalter sich überwältigt zeigten.

Zum Abschluss der Demonstration gegen Rassismus und Ausgrenzung in Berlin haben sich die Veranstalter überwältigt über die große Teilnahme gezeigt. "Es ist ein ganz wunderbarer Herbst der Solidarität, der hier in Berlin auf die Straße gebracht wurde", erklärte Anna Spangenberg, Sprecherin des Bündnisses "#Unteilbar", das zu der Demonstration aufgerufen hatte.

Mehr als 240.000 Menschen waren laut Veranstaltern am Samstagnachmittag in Berlin auf die Straße gegangen. Diese Zahl übertrifft bei Weitem die angemeldeten 40.000 Teilnehmer. Die Polizei wollte dazu keine eigenen Angaben machen, sondern sprach lediglich von "einigen zehntausend" Menschen. Die Demo lief vom Alexanderplatz durch die Innenstadt bis zur Siegessäule.

Demo verlief friedlich

"Sagt es laut, sagt es klar, wir sind alle unteilbar", riefen die Teilnehmer zum Auftakt der Großdemonstration. Auf Plakaten stand etwa: "Kein Platz für Nazis" oder "Seenotrettung ist kein Verbrechen". Auch war zu lesen "Nein zur Hetze gegen Muslime" und "Rassismus ist keine Alternative".

An die Auftaktkundgebung schloss sich eine Demonstration an, die über die Leipziger Straße, den Potsdamer Platz zum Brandenburger Tor und dann zur Siegessäule führen sollte. Rund 900 Polizisten waren im Einsatz, um den Demonstrationszug auf einer Strecke von knapp sechs Kilometern abzusichern. Die Demonstration verliefen friedlich, es wurden keine größeren Störungen gemeldet. Die Polizei sprach "eher von einem Happening-Charakter".

Dem "Unteilbar"- Bündnis schlossen sich auch etliche kirchliche Organisationen an. Unter anderem die SPD und Pro Asyl hatten zur Teilnahme an der Veranstaltung aufgerufen.

Gegen Rassismus: Großdemonstration "#Unteilbar" in Berlin
tagesthemen 23:15 Uhr, 13.10.2018, Viktoria Kleber, RBB

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Nahles und Maas unterstützen Demo

"Wir müssen Gesicht zeigen für eine solidarische Gesellschaft, für unseren Sozialstaat, für ein friedliches und respektvolles Miteinander", erklärte SPD-Chefin Andrea Nahles in Berlin. Unterstützung kam zuvor auch von Bundesaußenminister Heiko Maas: Er nannte den Aufruf zur Kundgebung im Gespräch mit der Funke-Mediengruppe "ein großartiges Signal". Deutschland lasse sich nicht spalten, "von rechten Populisten schon gar nicht", so der SPD-Politiker.

"Neuer Nationalismus löst kein einziges Problem. Wir brauchen keine Abschottung, sondern mehr internationale Zusammenarbeit." Die Mehrheit in Deutschland stehe für Toleranz und Weltoffenheit, betonte Maas. "Eine Vielfalt der Herkünfte, Hautfarben, Religionen und Lebensstile ist für uns eine Bereicherung und keine Bedrohung", sagte er.

Großdemonstration in Berlin | Bildquelle: REUTERS
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Die Veranstalter sprechen von bis zu 150.000 Teilnehmern an der Großdemo in Berlin

Grönemeyer: "Niemand ist deutscher als andere"

Neben Nahles und Maas unterstützen auch weitere Prominente wie der Fernsehmoderator Jan Böhmermann und Schauspieler Benno Fürmann die Demonstration. Noch bis in den Abend lief an der Siegessäule im Tiergarten auch ein Bühnenprogramm. Dort traten unter anderem Herbert Grönemeyer, Konstantin Wecker, Dirk von Lowtzow von der Band Tocotronic, Romano sowie Sängerin Joy Denalane und weitere Künstler auf.

Herbert Grönemeyer singt bei der Abschlusskundgebung der "Unteilbar"-Demo | Bildquelle: dpa
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Bei der Abschlusskundgebung der "Unteilbar"-Demo vor der Siegessäule trat auch Herbert Grönemeyer auf.

Grönemeyer warnte vor einem Rechtsruck in Deutschland. "Wir sind ein sehr, sehr junges, zerbrechliches Land und wir haben uns unsere Freiheit über Jahre sorgsam gemeinsam erarbeitet. Sie ist nicht selbstverständlich oder in Stein gemeißelt", sagte der Sänger. "Wir stehen auf dem Prüfstand und es gilt viel zu verteidigen. Niemand ist deutscher als andere, es gibt nicht das Deutschland, sondern es gibt Millionen Deutschlands. Und das ist die untrennbare Schönheit dieses Landes."

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 13. Oktober 2018 um 23:15 Uhr.

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