Studenten der Human- und Zahnmedizin am Institut für Anatomie der Universität in Leipzig in einer Vorlesung | Bildquelle: dpa

Zulassung zum Studium Anteil der Numerus-Clausus-Fächer sinkt

Stand: 08.07.2020 12:34 Uhr

Das Wintersemester naht. Ein wichtiges Kriterium für die Studienwahl: Welcher Numerus Clausus ist für den Wunschstudiengang nötig? Je nach Hochschule ist das sehr unterschiedlich.

In Deutschland sind zum Wintersemester 2020/21 prozentual erneut weniger Studiengänge zulassungsbeschränkt als noch im Vorjahr. Bundesweit sind es 40,6 Prozent der Studiengänge.

Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Check Numerus Clausus" des Gütersloher CHE Centrums für Hochschulentwicklung. Der Rückgang ist im Vergleich zum Vorjahr aber gering: 2019/20 waren es 40,7 Prozent.

Quote in Thüringen am niedrigsten

Je nach Fach, Hochschultyp, Bundesland und Studienort variiert die Quote der Studiengänge mit einem sogenannten Numerus Clausus (NC) aber stark: Am häufigsten sind Studiengänge in Berlin (66,1 Prozent), dem Saarland (65,4 Prozent) und in Hamburg (64,2 Prozent) zulassungsbeschränkt.

In Thüringen haben Studieninteressierte die geringsten Hürden. Hier findet lediglich bei jedem fünften Studiengang (19,4 Prozent) eine NC-Auswahl unter den Bewerbern statt. Die Numerus-Clausus-Werte setzen sich aus der Abiturnote, aber etwa auch aus Wartezeiten oder der Berufspraxis zusammen.

Städte-Vergleich: Höchstwert in Leipzig

Auch im Städte-Vergleich zeigen sich recht deutliche Unterschiede: Hohe NC-Quoten finden sich vor allem in den größten Städten, wie beispielsweise neben Berlin und Hamburg auch in Köln sowie München. Aber auch in typischen "Studi-Städten" wie Leipzig und Göttingen ist oft mit Zulassungsbeschränkungen zu rechnen.

Leipzig erreichte im diesjährigen Check unter den größeren Hochschulstädten mit Saarbrücken den Höchstwert. Hier sind jeweils rund zwei Drittel aller Studiengänge (65 Prozent) zulassungsbeschränkt.

Beste Chancen in Gießen

Die besten Chancen auf einen Studienplatz in Hochschulstädten mit mehr als 40.000 Studierenden haben Studieninteressierte hingegen in Gießen. Hier können sich Erstsemester in vier von fünf Studiengängen ohne weitere Verfahren oder Tests einschreiben.

Studiengänge an Fachhochschulen sind mit einer Quote von 45 Prozent öfter mit einem NC belegt als an Universitäten (37,2 Prozent). Bei Bachelorstudiengängen ist die NC-Quote mit 42 Prozent etwas höher als für Masterstudiengänge (38,8 Prozent).

Fächer mit und ohne Numerus Clausus

Besonders in den Rechts-, Wirtschafts-, Gesellschafts- und Sozialwissenschaften ist die Zulassungsbeschränkung hoch. Bundesweit ist hier etwa jeder zweite Studiengang zulassungsbeschränkt.

In Mathematik und den Naturwissenschaften stehen dagegen mehr als 60 Prozent der Angebote allen Erstsemestern offen. Die niedrigste Quote weisen die Sprach- und Kulturwissenschaften auf.

"Beruhigende Nachricht"

CHE-Geschäftsführer Frank Ziegele kommentierte die aktuelle Situation mit den Worten:

"Viele Studieninteressierte haben in diesem Jahr unter den außergewöhnlichen Abiturbedingungen angesichts von Corona gelitten. Dass auch in diesem Jahr für knapp 60 Prozent aller Studiengänge die Abiturnote keine Rolle spielt, ist da sicher eine gute und beruhigende Nachricht."

Die Angaben im NC-Check 2020/21 basieren auf Einträgen der bundesweiten Datenbank Hochschulkompass (HSK) mit Stand Juni 2020.

Anmerkung der Redaktion: Der NC bezieht nicht nur die Abiturnote mit ein. Wir haben dies in diesem Beitrag präzisiert.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 08. Juli 2020 um 13:00 Uhr.

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