Schneefall in Hamburg | dpa

Norden und Süden Deutschlands Hunderte Unfälle auf glatten Straßen

Stand: 24.12.2021 15:14 Uhr

Schneefälle und Eisglätte haben in Teilen Deutschlands für zahlreiche Verkehrsunfälle gesorgt. Mindestens zwei Menschen starben dabei. Im Zugverkehr kam es zu Ausfällen und Verspätungen.

Wegen glatter Straßen hat es im Norden und Süden Deutschlands zahlreiche Verkehrsunfälle gegeben. Dabei starben mindestens zwei Menschen, viele weitere wurden verletzt. Bei einem Großteil der Unfälle kamen die Insassen mit einem Schrecken davon.

Im Kreis Mecklenburgische Seenplatte starb ein 19-Jähriger Autofahrer bei einem Zusammenstoß mit einem anderen Wagen - dessen Fahrerin wurde schwer verletzt. Die zwei Unfallbeteiligten waren mit ihren Fahrzeugen auf einer winterglatten Landstraße bei Reinberg aus bisher noch ungeklärter Ursache in einer Kurve frontal zusammengestoßen.

Bei einem weiteren schweren Verkehrsunfall im niedersächsischen Kreis Stade ist eine 15-Jährige am Nachmittag ums Leben gekommen. Vermutlich hatte ihr Vater, der den Wagen steuerte, aufgrund von Straßenglätte die Kontrolle über das mit fünf Personen besetzte Fahrzeug verloren. Es geriet ins Schleudern, kam von der Straße ab, prallte gegen einen Baum und schleuderte neben die Straße. Die anderen Autoinsassen kamen ins Krankenhaus.

Mindestens 190 Unfälle in Schleswig-Holstein

Alleine in Schleswig Holstein wurden nach Schneefällen mindestens 190 Verkehrsunfälle verzeichnet. Bis in den späten Abend waren etwa Stormarn, das Herzogtum Lauenburg, Ostholstein und Lübeck besonders betroffen - dort gab es mehr als 75 glättebedingte Unfälle, wie ein Sprecher der Polizei sagte. "Fast alles Blechschäden, wenige Leichtverletzte." Die Lage auf den Straßen normalisierte sich nach Angaben der Polizei bis Freitagmittag wieder.

Die Einsatzkräfte in Mecklenburg-Vorpommern sprachen von 30 bis 40 Verkehrsunfällen. Mehrere Menschen wurden leicht verletzt. Ein 23-Jähriger überschlug sich am Donnerstagabend mit seinem Auto auf der glatten Bundesstraße 321 bei Bandenitz und verletzte sich schwer. Mittlerweile beruhigte sich die Lage auch hier wieder.

Auf der Autobahn 4 bei Erfurt prallte ein Lastwagen gegen den Mast einer großen Schilderbrücke. Der 65 Jahre alte Fahrer sei schwer verletzt worden, teilte die Polizei am Freitag mit. Im Osten Bayerns krachte es auf wegen Eisregens glatten Straßen am Donnerstagabend und in der Nacht zum Freitag mehr als 100 Mal. Es gab mehrere Leichtverletzte, bei den meisten Unfällen blieb es aber bei Blechschäden, wie die zuständigen Polizeipräsidien an Heiligabend mitteilten.

Auf der Autobahn 6 bei Amberg waren auf einem Abschnitt von etwa einem Kilometer insgesamt 20 Autos in neun Unfälle verwickelt. Dabei wurden sechs Menschen leicht verletzt und in Krankenhäuser gebracht. Die A6 wurde nach zwischenzeitlicher Sperrung wieder in beide Richtungen freigegeben. Im nahe gelegenen Regensburg fuhr ein Linienbus in geparkte Autos.

Einschränkungen auch bei der Bahn

Doch auch Zugreisende mussten sich auf das Winterwetter einstellen. Im Norden fielen im Fern- und Regionalverkehr Bahnen aus oder verspäteten sich. Im Großraum Kiel/Lübeck sei es auf Grund von Schneeverwehungen zu einzelnen Weichenstörungen gekommen.

Laut der Deutschen Bahn lief der Zugverkehr am Freitag aber weitgehend störungsfrei. Die Bahn hatte für den Donnerstag vor den Feiertagen und für den Montag nach den Feiertagen mit besonders vielen Reisenden gerechnet. Nach Angaben eines Sprechers liegen die Buchungszahlen höher als im vergangenen Jahr, jedoch immer noch 35 bis 40 Prozent unter dem Vor-Corona-Niveau.

Stellenweise weiße Weihnachten möglich

Der Deutsche Wetterdienst erwartet in der Nacht zum Samstag bis in die nördliche Mitte Deutschlands Schneefälle, gebietsweise müsse mit Glätte durch Gefrieren von Nässe gerechnet werden. Im Süden und Südwesten bleibt es hingegen meist frostfrei. Am ersten Weihnachtsfeiertag wird es nahezu in der gesamten Nordhälfte sonnig, trocken und kalt mit Dauerfrost.

Im Übergang der Luftmassengrenze über der Mitte Deutschlands ist auf der Nordseite meist Schnee, auf der Südseite zeitweise Regen zu erwarten. Während die Höchstwerte im Norden zwischen minus drei Grad und null Grad liegen, werden im Süden drei bis zehn Grad erwartet. In der Nacht hingegen sind gerade unter Schnee bis zu minus zehn Grad möglich.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 24. Dezember 2021 um 09:00 Uhr.