Hamburg: Leere Stühle stehen vor einem Cafe | Bildquelle: dpa

Wegen Coronavirus Gastgewerbe verzeichnet deutliches Minus

Stand: 20.05.2020 09:59 Uhr

Die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus haben das Gastgewerbe hart getroffen: Der Umsatz im März brach um fast die Hälfte ein, so das Statistische Bundesamt. Und der April dürfte noch schlechter ausfallen.

Die Betriebsschließungen wegen der Corona-Pandemie haben bei Restaurants und Hotels in Deutschland einen drastischen Umsatzrückgang bewirkt. Die Einnahmen des Gastgewerbes fielen im März im Vergleich zum Vormonat und Vorjahr um rund 45 Prozent - und damit so stark wie seit mindestens 26 Jahren nicht mehr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus hatte die Bundesregierung vom 18. März an Übernachtungen von Touristen in Hotels und anderen Unterkünften verboten. Ab dem 22. März wurden zudem alle Gaststätten mit Ausnahme von Abhol- und Lieferservices geschlossen.

Die größten Einbußen seit 1994

"Alle Branchen des Gastgewerbes wiesen infolge dieser Maßnahmen die größten Umsatzeinbußen seit dem Beginn der Zeitreihen im Jahr 1994 auf", so das Statistische Bundesamt. Im April dürften die Umsätze noch einmal deutlich stärker gesunken sein - viele Unternehmen klagten über fast leere Kassen. Der Branchenverband Dehoga zeichnet deshalb ein düsteres Bild und sieht etwa 70.000 Betriebe - knapp ein Drittel - am Rande der Pleite.

Die Große Koalition hat bereits beschlossen, den Mehrwertsteuersatz für Speisen in Restaurants vom 1. Juli 2020 bis zum 30. Juni 2021 von 19 auf sieben Prozent zu senken, um der Branche zu helfen. Der Dehoga fordert darüber hinaus zusammen mit der gesamten Tourismuswirtschaft einen Krisengipfel unter Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Seit kurzem sind außerdem wieder erste Lockerungen für das Gastgewerbe in den einzelnen Bundesländern in Kraft.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 20. Mai 2020 um 09;24 Uhr.

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