Polizisten mit Mundschutz stehen bei einem Schild der Firma Tönnies | Bildquelle: dpa

Corona-Ausbruch in Fleischfabrik Mittlerweile 1029 Infektionen bei Tönnies

Stand: 20.06.2020 14:45 Uhr

Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Mitarbeiter beim Fleischbetrieb Tönnies ist weiter gestiegen. Unterdessen unterstützen Bundeswehr und Polizei die Behörden dabei, den Ausbruch einzudämmen.

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies sind mittlerweile 1029 Mitarbeiter positiv getestet worden. Dies teilte der Landrat des Kreises Gütersloh, Sven-Georg Adenauer, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz von Behörden und Einsatzkräften mit. Insgesamt lägen 3127 Befunde vor, wobei die Zahl der durchgeführten Tests höher sei.

Adenauer betonte, oberstes Ziel der Behörden sei es, den Ausbruch unter Kontrolle zu bekommen und einen regionalen Shutdown zu verhindern, den Ministerpräsident Armin Laschet als Möglichkeit erwogen hatte. Dafür seien mobile Teams unterwegs, um Abstriche zu machen und Mitarbeiter über die Quarantänebestimmungen zu informieren.

Zugriff auf Personalakten

Da das Unternehmen es nicht geschafft habe, den Behörden rechtzeitig Adressen der Belegschaft zu Verfügung zu stellen, war nach Adenauers Darstellung ein Besuch von Mitarbeitern der Kreisverwaltung und des Arbeitsschutzes auf dem Werksgelände nötig geworden. Jetzt lägen 1300 Adressen von Wohnungen allein für den Kreis Gütersloh vor, so der CDU-Politiker.

Sven-Georg Adenauer, CDU, Landkreis Gütersloh, zu den Maßnahmen nach dem Corona-Ausbruch bei Tönnies
tagesschau 17:00 Uhr, 20.06.2020

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Vertrauen in Tönnies offenbar zerrüttet

Der Leiter des Krisenstabes, Thomas Kuhlbusch, berichtete, dass Tönnies bis Freitag Listen der Beschäftigten geliefert hatte, bei denen bei 30 Prozent die Adressen fehlten. Bei Anfragen habe die Firma immer zögerlich reagiert. "Das Vertrauen, das wir in die Firma Tönnies setzen, ist gleich Null. Das muss ich so deutlich sagen", sagte Kuhlbusch.

"Wir arbeiten unter Volllast, rund um die Uhr. Für uns als Verwaltung ist es eine totale Ausnahmesituation", erklärte Adenauer. Er sei daher sehr dankbar für die Unterstützung der Bundeswehr und der Landespolizei.

Bundeswehr unterstützt

Die Bundeswehr ist derzeit mit 65 Soldaten unterstützend in Rheda-Wiedenbrück anwesend. Nachdem gestern bereits 25 Soldaten eingetroffen waren, kamen heute nach Angaben eines Bundeswehrsprechers 40 weitere hinzu. "20 davon helfen bei der Dokumentation und 20 helfen bei der Kontaktpersonennachverfolgung."

Die Kräfte seien mit zehn Fahrzeugen der Bundeswehr unterwegs und würden gemeinsam mit medizinischem Personal und Mitarbeitern des Kreises Gütersloh Unterkünfte abfahren und dort Menschen testen. Laut Bundeswehr sprechen die Soldaten osteuropäische Sprachen, um sich mit den Arbeitern verständigen zu können. Der Kreis Gütersloh hatte die Bundeswehr zuvor um Hilfe gebeten.

Landrat verteidigt Schulschließungen

Adenauer betonte: "Wir haben keinen signifikanten Eintrag von Corona-Fällen in die allgemeine Bevölkerung." Der Landrat verteidigte die Schließung von Schulen und Kitas im Kreis. Diese seien nötig, um Kinder und Mitarbeiter vor möglicher Ansteckung zu schützen. Adenauer äußerte aber auch Verständins: "Ich kann die Menschen verstehen, die jetzt auf Tönnies und eventuell den Landrat deswegen sauer sind."

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 20. Juni 2020 um 15:00 Uhr.

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