Ein Passagier geht durch die Abflughalle am Terminal 1 des Frankfurter Flughafens. | Bildquelle: dpa

Gesundheitsministerkonferenz Corona-Tests für alle Reiserückkehrer

Stand: 24.07.2020 19:29 Uhr

Alle Reiserückkehrer können sich nach einem Beschluss der Gesundheitsminister künftig auf das Coronavirus testen lassen - freiwillig und kostenlos. Hintergrund ist die Sorge, dass Infektionen nach Deutschland eingeschleppt werden.

Rückkehrende Urlauber aus Risikogebieten sollen künftig bei ihrer Ankunft an deutschen Flughäfen auf das Coronavirus auf eigenen Wunsch hin getestet werden. Das geht aus dem Beschluss hervor, auf den sich die Gesundheitsminister der Länder geeinigt haben.

Die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz der Länder, Dilek Kalayci, sagte zur Begründung, bisher habe man es in Deutschland zwar geschafft, die Infektionszahlen verhältnismäßig niedrig zu halten. Das Risiko durch das momentante Reisegeschehen sei aber sehr hoch. Es berge die Gefahr, dass Infektionen und Infektionsketten nach Deutschland eingeschleppt werden. Einige Bundesländer hätten bereits von steigenden Infektionszahlen durch Rückkehrer berichtet.

Kostenlose und freiwillige Corona-Tests für Reiserückkehrer
tagesthemen 21:45 Uhr, 24.07.2020, Anke Hahn, RBB

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Auch das Robert Koch-Institut (RKI) erklärte, Corona-Fälle unter Reiserückkehrern nähmen zu. Am Freitag hatte die Zahl der neu übermittelten Corona-Fälle bundesweit mit 815 deutlich höher als in den Vorwochen gelegen. "Zuvor lag die Zahl bei um die 500 übermittelten Fällen pro Tag, zeitweise auch deutlich darunter", so eine Sprecherin. Eine weitere Verschärfung der Situation müsse unbedingt vermieden werden.

Tests am Flughafen nur für Rückkehrer aus Risikogebiet

Auf Flughäfen sollen deshalb Teststellen eingerichtet werden. Rückkehrer aus Risikogebieten sollten mithilfe der Bundespolizei gezielt angesprochen und auf die Testmöglichkeit hingewiesen werden. Die Tests blieben aber freiwillig, teilte Kaylaci mit. Bei einem negativen Test entfällt die ansonsten verpflichtende Quarantäne. Reisende, die sich nicht testen lassen wollen, müssen weiterhin 14 Tage zuhause bleiben.

Testen lassen können sich nach Angaben Kalaycis aber auch Reisende aus Nicht-Risikogebieten. Diese würden allerdings nicht direkt an den Flughäfen getestet, sondern auf anderen Wegen, beispielsweise über die Kassenärztliche Vereinigung.

Tests sind für Reiserückkehrer kostenlos

Sämtliche Tests seien für die Reisenden kostenlos. Die Kostenübernahme wird über die Bundestestverordnung geregelt. Diese sieht bereits vor, dass die Laborkosten für Corona-Tests für Rückreisende aus Risikogebieten von der Gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden. Die Verordnung solle nun so angepasst werden, dass die Testkosten auch für Reisende aus Nicht-Risikogebieten übernommen werden, wenn ein Test innerhalb eines 72-Stunden-Zeitfensters gemacht wurde, sagte Kalayci im Interview mit tagesschau24.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa übernehmen hingegen Bund, Länder und Krankenkassen gemeinsam die Kosten. Bei den Tests an Flughäfen werde überlegt, zumindest Kosten für die Infrastruktur vor Ort "perspektivisch" über die Flughafengebühren auf die Ticketpreise umzulegen. Hierfür prüfe der Bund die Schaffung einer Rechtsgrundlage, so die dpa.

Eine rechtliche Verpflichtung für einen Corona-Test für Rückkehrer soll es nach Angaben von Kalayci zunächst nicht geben, sie werde aber geprüft.

Weltweit stuft Deutschland derzeit auf Basis der wissenschaftlichen Expertise des RKI rund 130 Staaten als Corona-Risikogebiet ein. Das betrifft etwa die Türkei, Israel oder die USA. Nahezu die komplette EU und einige andere europäische Staaten wie die Schweiz fallen nicht darunter.

"Stichprobenartige Kontrollen" an den Grenzen

Zudem sollen Aussteigekarten wieder eingeführt werden, die es vor Einstellung des Flugverkehrs schon einmal gab, um Corona-Infektionen nachverfolgen zu können. Diese werde es nicht nur für Flugreisende aus dem Ausland geben, sondern auch für den grenzüberschreitenden Verkehr mit Schiff, Bus und Bahn, so Kalayci. Wer aus einem Risikogebiet nach Deutschland komme, müsse ein solches Formular ausfüllen und abgeben.

Außerdem verständigten sich die Gesundheitsminister darauf, dass "in grenznahen Einreisepunkten" des Straßenverkehrs "stichprobenartige Kontrollen" durchgeführt werden. Wenn dabei herauskomme, dass jemand aus einem Corona-Risikogebiet komme, werde auf die Quarantänepflicht hingewiesen.

Kalayci appellierte an alle Reisenden, sich verantwortlich zu verhalten, die Quarantäneregelungen zu befolgen und sich testen zu lassen. Vorerst gebe es keine Frist für die beschlossenen Maßnahmen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau24 am 24. Juli 2020 um 15:00 Uhr.

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