Bildschirmtext auf einem Sicherheitskongress der Telekom | Bildquelle: REUTERS

Hackerangriff Telekom will Störung heute beheben

Stand: 29.11.2016 14:45 Uhr

Nach dem Hackerangriff auf die Telekom hat sich die Zahl der betroffenen Router drastisch verringert. Die Probleme sollen heute behoben werden. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft - und Forderungen nach besseren Sicherheitsstandards werden lauter.

Die Deutsche Telekom will die Probleme mit ihren Routern im Laufe des Tages vollständig beheben. "Die Zahl der akut betroffenen Router ist von 900.000 dramatisch zurückgegangen, wir gehen davon aus, dass wir heute keine Probleme mehr sehen werden", sagte Telekom-Sprecher Georg von Wagner im RBB-Inforadio. Laut Konzern sind zwischen 60 und 70 Prozent aller Störungen behoben.

Die am Montag vom Unternehmen aufgespielte Filtersoftware habe funktioniert, die Zahl der gestörten Router sei schon am Nachmittag spürbar zurückgegangen. "Die Schadsoftware war schlecht programmiert, sie hat nicht funktioniert und hat nicht das getan, was sie hätte tun sollen. Ansonsten wären die Folgen des Angriffs noch viel schlimmer gewesen."

Auf wen der Hackerangriff auf die Telekom-Router zurückgeht, sei noch nicht bekannt, sagte von Wagner. Seit Sonntagmittag kam es nach Angaben der Telekom bei rund 900.000 ihrer mehr als 20 Millionen Festnetzkunden zu Ausfällen oder starken Schwankungen in der Qualität der Verbindungen für Internet, Telefonie und Fernsehen.

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Unbekannt

Die Staatsanwaltschaft Köln leitete ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt ein. Mit den Ermittlungen beauftragte die Strafverfolgungsbehörde das Bundeskriminalamt. Sie leitete das Verfahren wegen Datenveränderung und Computer-Sabotage von Amts wegen ein.

Debatte über Umgang mit Hacker-Attacken
tagesschau 17:00 Uhr, 29.11.2016, Philipp Jahn, WDR

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Merkel: "Lernen, damit umzugehen"

Nach Einschätzung von Bundeskanzlerin Angela Merkel muss sich Deutschland auf weitere Hacker-Attacken einstellen. Sie gehörten inzwischen zum Alltag, "und wir müssen lernen, damit umzugehen". "Man darf sich davon auch nicht irritieren lassen", sagte sie, "man muss nur wissen, dass es so etwas gibt, und lernen, damit zu leben." Merkel versicherte, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) werde alles für eine Aufklärung des Angriffs tun. Sie räumte allerdings auch ein: "Das ist naturgemäß nicht einfach."

Innenminister Thomas de Maiziere erwägt wegen der Angriffe eine Änderung der Haftungsregelungen. Diejenigen, die Inhalte produzierten oder transportierten, stünden in einer Verantwortung und Haftung. Immer wieder gebe es Angriffe von privaten und kriminellen Organisation wie auch von Staaten, namentlich Russland und China. So spreche viel dafür, dass der Angriff etwa auf den Deutschen Bundestag vor einiger Zeit eine russische Ursache habe.

Auch der aktuelle Vorfall zeige, wie wichtig Cybersicherheit sei. Die Sicherheitsvorkehrungen müssten dahingehend verschärft werden, "als wir möglichst in Europa, notfalls auch in Deutschland, Sicherheitsvorgaben für den Betrieb solcher empfindlichen Geräte brauchen".

Höhere Sicherheitsstandards gefordert

BSI-Präsident Arne Schönbohm forderte bessere Sicherheitsstandards. "Je vernetzter die Welt ist und je allgemeiner Massenprodukte wie Router weltweit baugleich im Netz eingesetzt werden, desto verwundbarer sind unsere Netz-Infrastrukturen", sagte er der "Welt".

Die Attacke auf die Router von Telekomkunden bezeichnete auch er als vergleichsweise glimpflich. "Dieses Mal haben wir noch Glück gehabt - der Angriff hat nicht richtig funktioniert", sagte Schönbohm. Die Angreifer hätten nach einer ersten BSI-Analyse schlampig gearbeitet: Die Speedport-Router der Kunden seien durch den Angriff zwar abgestürzt, eine Schadsoftware aber hätten die Täter nicht installieren können.

Sicherheits-Gütesiegel als Lösung

Schönbohm regte an, für Geräte wie DSL-Router, die von asiatischen Herstellern wie Arcadyan oder Huawei massenhaft hergestellt werden, verstärkt Sicherheits-Gütesiegel einzusetzen. "Wir wollen im Rahmen der Cyber-Sicherheitsstrategie der Bundesregierung Gütesiegel und Zertifikate für IT-Sicherheit ausbauen, die Mindeststandards im Internet der Dinge garantieren", sagte Schönbohm. "Dazu könnte auch gehören, die Hersteller zu regelmäßigen und zeitnahen Sicherheitsupdates zu verpflichten, die automatisch aufgespielt werden."

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 29. November 2016 um 10:00 Uhr.

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