Der Regenschirm eines Spaziergängers ist wegen einer Windböe umgeklappt.  | Bildquelle: dpa

Sturmtief über Teilen Deutschlands "Victoria" bleibt überwiegend friedlich

Stand: 17.02.2020 07:32 Uhr

Nach Wintersturm "Sabine" sind am Wochenende Ausläufer des Orkantiefs "Victoria" über Teile von Deutschland geweht. In mehreren Bundesländern war der Bahnverkehr gestört, viele Bäume stürzten um. Größere Schäden blieben aber aus.

Ausläufer des Orkantiefs "Victoria" haben in der Nordwesthälfte und in Teilen der Mitte Deutschlands für zahlreiche Feuerwehreinsätze und Beeinträchtigungen im Zugverkehr gesorgt.

Orkanartige Böen in Nordrhein-Westfalen

Besonders bemerkbar machte sich "Victoria" in Nordrhein-Westfalen. In der Eifel, bei Aachen und im Sauerland erreichte der Sturm orkanartige Stärke mit Geschwindigkeiten um die 100 Kilometer pro Stunde. Umgeknickte Bäume und abgerissene Äste blockierten Bahngleise und Straßen. IC- und EC-Züge sowie der Regionalverkehr wurden umgeleitet. Es kam zu Verspätungen und Ausfällen. Grund waren laut Bahn in der Regel Bäume, die auf Gleise gestürzt waren.

Bei Rheine im Münsterland stürzte ein Baum auf eine Oberleitung, etwa 200 Reisende mussten daraufhin einen Intercity verlassen. Die Fahrgäste in dem Zug von Berlin nach Amsterdam wurden nach Angaben der Deutschen Bahn mit Bussen zu nahe gelegenen Bahnhöfen gebracht. Die Strecke, auf der auch Fernverkehr von Koblenz nach Norddeich unterwegs ist, wurde gesperrt.

Ein Intercity steht auf einem Gleis bei Rheine | Bildquelle: dpa
galerie

Bei Rheine musste ein Intercity geräumt werden, nachdem umgestürzte Bäume eine Oberleitung auf der Strecke beschädigt hatten. 

Auch bei Aachen und im Kreis Düren sowie in Billerbeck im Münsterland blockierten Bäume Bahngleise und Straßen. Verletzte gab es nicht. Mehrere Regionalbahnen fielen nach Angaben der Deutschen Bahn aus oder hatten Verspätung. In Bocholt krachten mehrere Bäume in das Dach einer Scheune und brachten sie damit teilweise zum Einstürzen. Wegen umgestürzter Bäume und herabgefallener Äste wurde die A44 zeitweise gesperrt.

Ausfälle auch im Norden

Auch weiter nördlich musste die Deutsche Bahn mehrere Strecken sperren. So wurden etwa die Züge zwischen Hamburg und Berlin über Stendal umgeleitet. Der Halt an den Bahnhöfen Wittenberge, Ludwigslust und Büchen entfiel. Es kam zu Verspätungen von etwa 60 Minuten. Zwischen Hamburg und Münster wurden die Züge über Hannover umgeleitet, der Halt an den Bahnhöfen Bremen, Osnabrück und Münster entfiel.

Am Abend und in der Nacht konnte die Bahn die meisten der unterbrochenen Zugverbindungen wiederherstellen. Vereinzelt gibt es jedoch noch Störungen, zum Beispiel auf der Strecke von Hamburg nach Rostock. Auch der Fährverkehr auf der Nordsee läuft weiterhin nur eingeschränkt.

Warnung vor Sturmflut

Für die deutsche Nordseeküste und das Hamburger Elbgebiet rechnen die Meteorologen mit einer Sturmflut. Laut Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie wird das Hochwasser an der ostfriesischen Küste und im Wesergebiet am Morgen und am Vormittag 1 bis 1,5 Meter über dem mittleren Hochwasser liegen, im Elbegebiet etwa 1,5 Meter höher und an der Nordseeküste bis zu 2 Meter höher.

Zum Wochenbeginn lässt der Wind nach, frischt aber nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes örtlich auch wieder auf. Nach ungewöhnlich milden Temperaturen vor allem am Sonntag soll es nun deutlich kühler werden.

In Großbritannien hatte das Sturmtief unter dem Namen "Dennis" für schwere Überschwemmungen, Verkehrschaos und Stromausfälle gesorgt. Hunderte Flüge wurden gestrichen, das Militär war im Einsatz, im Süden von Wales wurde wegen starker Regenfälle die höchste Warnstufe ausgerufen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 17. Februar 2020 um 07:45 Uhr.

Darstellung: