Ein Schild mit dem Hinweis "Sturmschäden" steht an einer gesperrten Straße.  | Bildquelle: dpa

Orkantief "Sabine" Es bleibt stürmisch

Stand: 11.02.2020 12:44 Uhr

Orkantief "Sabine" ist zwar weitergezogen, doch es bleibt stürmisch - und die Auswirkungen des Unwetters bleiben weiter spürbar, vor allem in Süddeutschland. Und auch europaweit sorgte der Sturm für Hunderte Feuerwehreinsätze.

Auch nach Abzug von "Sabine" sind die Auswirkungen des Orkantiefs weiter spürbar. Vor allem in Süddeutschland gibt es immer noch Behinderungen im regionalen Bahnverkehr. Mehrere private Eisenbahnunternehmen und auch die Deutsche Bahn melden weiter Streckensperrungen und Zugausfälle. Auch für Baden-Württemberg und Hessen wird noch mit vereinzelten Beeinträchtigungen gerechnet.

Im Rest der Republik hat die Bahn den normalen Betrieb im Fernverkehr wieder aufgenommen. Nur am Vormittag sollte es noch einzelne Probleme geben, die sich "nicht vermeiden" ließen, hieß es.

Flugverkehr normalisiert sich

Der Flugverkehr am Münchner Flughafen wurde am Morgen wieder aufgenommen und hat sich inzwischen normalisiert. Laut einem Sprecher fallen lediglich noch 80 von insgesamt 1000 Flügen aus. Das habe jedoch keine wetterbedingten Gründe mehr, sondern hänge mit gestrigen Flugannullierungen zusammen.

Im Norden, der vergleichsweise glimpflich davon gekommen war, werden weitere Sturmfluten erwartet. Betroffen sein werden sowohl die Küsten als auch Hamburg. Bereits gestern Abend hatte die Elbe die Hafengegend überschwemmt. Heute stieg das Wasser am Hamburger Fischmarkt auf 1,74 Meter über dem mittleren Hochwasser, so ein Sprecher des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie.

Der Fischmarkt mit der Fischauktionshalle steht während einer Sturmflut unter Wasser | Bildquelle: dpa
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Der Hamburger Fischmarkt stand am Abend unter Wasser.

"Ciara" erreicht Korsika - drei Tote in Polen

"Sabine" - alias "Ciara" im restlichen Europa - hat inzwischen die französische Mittelmeerinsel Korsika erreicht. Dort wurden Orkanböen mit einer Geschwindigkeit von 219 Kilometern pro Stunde gemessen. "Ciara" sorgte für erhebliche Verkehrsprobleme. Fährverbindungen und Flüge fielen aus. Zudem brach nahe Bastia ein Flächenbrand aus.

In Polen ist die Zahl der Todesopfer nach dem Orkantief auf drei gestiegen. Eine Frau erlag im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen. Sie war - ebenso wie die beiden anderen Toten - von Dachteilen am Kopf getroffen worden, die von einem Skiverleih geweht worden waren. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen eingeleitet. Bei den drei Toten handelt es sich um eine Mutter und ihre beiden Töchter.

In Tschechien rückten die Feuerwehren landesweit erneut zu Hunderten Einsätzen aus. Mehr als 50.000 Haushalte waren am Vormittag nach Angaben der Energieversorger noch ohne Strom. Die meisten sollen im Laufe des Tages wieder angeschlossen werden.

Es bleibt stürmisch

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet damit, dass es in den nächsten Tagen stürmisch bleibt. Heute sei mit Schauern sowie mit stürmischen Böen und Sturmböen zu rechnen. Im Alpenvorland und in Hochlagen sind demnach sogar orkanartige Böen möglich.

Lage nach Orkantief "Sabine"
tagesthemen 21:30 Uhr, 10.02.2020, Cecilia Knodt, SWR

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