Stromleitungen einer Bahnstrecke werden von einem Baum blockiert. | dpa

Sturmtief über Deutschland Bahn nimmt Fernverkehr in NRW wieder auf

Stand: 21.10.2021 13:20 Uhr

Die erste heftige Herbststurmfront hat weite Teile Deutschlands erfasst und für Schäden gesorgt. Nach vorübergehender Einstellung des Fernverkehrs in NRW fahren die Züge wieder. Bei Kiel bildete sich ein Wirbelsturm.

Das Sturmtief über Deutschland hat zu starken Einschränkungen im Bahnverkehr geführt. In Nordrhein-Westfalen war der Fernverkehr zwischenzeitig ganz eingestellt. Seit Mittag fahren die Züge jedoch nach und nach wieder, wie das Unternehmen mitteilte. Es komme allerdings weiter zu Ausfällen und Verspätungen in weiten Teilen Deutschlands.

Auch andere Bundesländer betroffen

Auch in Thüringen wurde der Zugverkehr laut Bahn "bis auf Weiteres" eingestellt. Besonders betroffen seien auch das Saarland, Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern und Teile Sachsens. Es komme zu Zugausfällen und Verspätungen.

"Hunderte Mitarbeitende sind im Einsatz, um Bäume und andere Hindernisse aus den Gleisen zu räumen, Oberleitungen zu reparieren und Schäden aufzunehmen", teilte eine Sprecherin mit. Fahrgäste, die aufgrund des Unwetters ihre Reise verschieben wollen, könnten ihr gebuchtes Ticket ab sofort bis einschließlich sieben Tage nach dem Ende der Störungen einlösen.

Viele Einsätze, zahlreiche Sachschäden

Die ersten heftigen Herbstürme "Ignatz" und "Hendrik" ziehen seit dem frühen Morgen über Deutschland hinweg. Sie brachten vielerorts heftige Böen mit sich, teils auch Gewitter und Regen. Auch auf den Straßen kam es teilweise zu Behinderungen. Bei Speyer in Rheinland-Pfalz war die Rheinbrücke der Autobahn 61 laut Polizei gesperrt. Eine Böe hatte mutmaßlich einen Lastwagenanhänger erfasst und umgestürzt. In der Folge stellten sich mehrere Lastwagen quer.

Auch andernorts gab es Sachschäden. So meldete die Feuerwehr in Dortmund, dass ein umstürzender Baum fünf geparkte Autos beschädigte. Insgesamt gab es in der Stadt am Morgen knapp 50 sturmbedingte Einsätze. Im Saarland und in Hessen waren Straßen wegen umgestürzter Bäume gesperrt. In Berlin rief die Feuerwehr den Ausnahmezustand aus. Seit 8.00 Uhr habe es insgesamt 49 wetterbedingte Einsätze gegeben, sagte ein Sprecher. In mehreren Stadtteilen waren Menschen in ihren Autos unter Bäumen eingeschlossen.

In Schwentinental bei Kiel richtete ein Wirbelsturm schwere Schäden an. Der Feuerwehr-Einsatzleiter sprach von einer "Schneise der Verwüstung" auf etwa 100 Metern Breite. Mehrere Häuser seien schwer beschädigt worden. Bäume seien umgestürzt und hätten Autos unter sich begraben. Verletzte gab es nach seinen Angaben nicht.

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Herbststurm "Ignatz" fegt über Deutschland hinweg

Sturmflutwarnung für Norddeutschland

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) verschärfte in der Nacht seine Sturmwarnungen für einen breiteren Streifen in der Mitte des Landes, über den das Zentrum des Sturmtiefs hinweg zog. Vom Saarland über Rheinland-Pfalz und Teile Hessens, Nordbayerns und Baden-Württembergs bis nach Sachsen-Anhalt und Thüringen galt eine Unwetterwarnung wegen orkanartiger Böen. Warnungen gab außerdem für Höhenlagen in Mittelgebirgen wie dem Erzgebirge.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie warnt vor einer Sturmflut an der Nordsee sowie im Weser- und Elbegebiet. Das Nachmittag- beziehungsweise Abend-Hochwasser werde an der Nordseeküste einen bis 1,50 Meter und im Weser- und Elbegebiet etwa 1,50 Meter über dem Mittleren Hochwasser eintreten, hieß es. Weitere Sturmfluten am Freitag seien nicht ausgeschlossen. Der Scheitelpunkt in Hamburg-St.-Pauli soll um kurz nach 18.00 Uhr erreicht werden.

Heftige Sturmböen auch in Frankreich

Heftige Sturmböen verursachten auch in Nordfrankreich Störungen im Verkehr und bei der Stromversorgung. Etwa 250.000 Haushalte seien ohne Strom, schrieb Netzbetreiber Enedis auf Twitter. Allein in der Normandie waren demnach 80.000 Haushalte betroffen. Im Norden und Nordwesten des Landes kam es teils zu massiven Zugausfällen.

Auch in der Region um Paris herum war der Verkehr eingeschränkt. Die Sturmböen waren laut Météo France mit bis zu 175 Kilometern pro Stunde über das Land gezogen. Am Morgen galt noch für drei Départements im Nordosten die Warnstufe Orange.

Mindestens vier Verletzte in den Niederlanden

In den Niederlanden wurden mindestens vier Menschen etwa durch herabfallende Dachziegel und entwurzelte Bäume leicht verletzt, wie die Behörden mitteilten. Der Amsterdamer Flughafen Schiphol meldete, dass Flüge gestrichen werden mussten. Passagiere müssten mit großen Verspätungen rechnen. Auch der Zugverkehr wurde durch das Sturmtief beeinträchtigt.

Auf einem Campingplatz in Zelhem im Osten des Landes nahe der deutschen Grenze waren Bäume auf Wohnwagen und Ferienhäuser gefallen. Menschen wurden nicht verletzt, wie ein Mitarbeiter des Campingplatzes im Radio sagte. In der Nacht hatte es auch Schäden in einem Wohnviertel in Barendrecht bei Rotterdam gegeben. Schuppen waren eingestürzt und Dachziegel herabgefallen. Drei Personen waren leicht verletzt worden.

Über dieses Thema berichteten am 21. Oktober 2021 tagesschau24 um 11:00 Uhr und die tagesschau um 12:00 Uhr.

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Moderation 21.10.2021 • 14:16 Uhr

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