Ein Radfahrer zieht an einer Reihe im Stau stehender Autos vorbei (Archivbild). | Bildquelle: dpa

Ärztedebatte über Abgas-Risiken ADAC fordert Prüfung der Grenzwerte

Stand: 23.01.2019 12:50 Uhr

Hundert Lungenärzte bezweifeln den Nutzen geltender Stickstoff-Grenzwerte. Der ADAC fordert deshalb von der EU-Kommission eine Überprüfung der Vorgaben. Das Bundesumweltministerium verteidigt die Grenzwerte.

Nach der Kritik von Lungenfachärzten an den Feinstaub- und Stickoxid-Grenzwerten der EU fordert der Automobilclub ADAC eine Überprüfung der gesetzlichen Vorgaben, auf deren Grundlage auch Fahrverbote verhängt werden können.

"Wenn Bürger von Fahrverboten betroffen sind, müssen sie sich darauf verlassen können, dass die geltenden Grenzwerte wissenschaftlich begründet sind", sagte Vizepräsident Ulrich Klaus Becker. "Dies muss Gegenstand des Prüfauftrags für die Luftqualitätsrichtlinie sein, der im Arbeitsprogramm 2019 der EU-Kommission enthalten ist."

Zugleich dürften Bund und Kommunen nicht in ihren Bemühungen nachlassen, Fahrverbote zu vermeiden, forderte Becker - schließlich blieben die Grenzwerte bis auf weiteres rechtlich bindend.

Wieviel Stickoxid ist gesundheitsschädlich?
tagesschau 20:00 Uhr, Torben Börgers, NDR

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Pneumologen bemängeln Methodenfehler

Mehr als hundert Pneumologen haben in einer gemeinsamen Stellungnahme den gesundheitlichen Nutzen der aktuell geltenden Grenzwerte angezweifelt. Sie sehen keine wissenschaftliche Begründung hinter den Zahlen, da sie mit mangelhaften Methoden ermittelt worden seien.

Diese Ansicht ist unter Lungen-Fachärzten aber umstritten: Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie (DGP) hatte erst Anfang Dezember ausführlich auf die Gesundheitsgefahren durch Stickstoffoxid aufmerksam gemacht. Der Fachverband hatte sich damit hinter Forschungsergebnisse des Helmholtz-Instituts für Umweltmedizin gestellt, die Krankheitslasten der Stadtbevölkerung mit denen von Menschen auf dem Land verglichen hatte - die Unterschiede führten sie auf den Stickstoffoxid-Ausstroß von Dieselfahrzeugen zurück.

Die DGP erklärte, die Stellungnahme der kritischen Ärzte werde als "als Anstoß für notwendige Forschungsaktivitäten und eine kritische Überprüfung der Auswirkungen von Stickoxiden und Feinstaub" betrachtet.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer steht in einer Werkstatt vor einem Testfahrzeug im Hauptabgaslabor des Kraftfahrt-Bundesamtes. | Bildquelle: dpa
galerie

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hält die Zweifel an den Grenzwerten für gerechtfertigt.

Scheuer offen für Zweifel an Methodik

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer nahm die Zweifel an der Methode, den die 107 Fachmediziner geltend machten, positiv auf. "Der wissenschaftliche Ansatz hat das Gewicht, den Ansatz des Verbietens, Einschränkens und Verärgerns zu überwinden", sagte der CSU-Politiker der Funke-Mediengruppe.

Die Initiative der Pneumologen sei ein wichtiger und überfälliger Schritt, der helfe, "Sachlichkeit und Fakten in die Diesel-Debatte zu bringen".

Umweltministerin hält an Grenzwerten fest

Das Bundesumweltministerium hingegen verteidigt die geltenden Grenzwerte: Die Gesetzgebung sei darauf ausgerichtet, dass alle Menschen überall und jederzeit die Außenluft problemlos einatmen könnten, sagte ein Sprecher: "Das muss für gesunde Menschen gelten genau so wie für Menschen mit Asthma, für Menschen, die älter sind oder vor allen Dingen auch für Kleinkinder."

Die Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxid auf einer "soliden wissenschaftlichen Basis" folgten der Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO. Es sei wissenschaftlich unumstritten, dass Luftschadstoffe die Lebenszeit verkürzten und Krankheiten beförderten. Es gehe bei den Grenzwerten um eine dauerhafte Belastung, nicht um Einzelereignisse.

Über dieses Thema berichteten am 23. Januar 2019 tagesschau24 um 15:00 Uhr und NDR Info um 16:15 Uhr.

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