Der ehemalige Kolonnenweg markiert bei Eisfeld (Thüringen) den früheren innerdeutschen Grenzverlauf | Bildquelle: picture alliance / arifoto UG/dp

"Grünes Band" Vom Todesstreifen zum Weltnaturerbe

Stand: 15.11.2019 16:59 Uhr

Über Jahrzehnte entwickelte sich an der schwer gesicherten innerdeutsche Grenze ein Biotop. Im Schatten des Todesstreifens siedelten seltene Tiere und Pflanzen. Jetzt soll das "Grüne Band" zum Naturdenkmal werden.

Bund und Länder wollen das ehemalige Sperrgebiet an der innerdeutschen Grenze zum Weltnatur- und Weltkulturerbe erklären lassen. Einen entsprechenden Beschluss haben die Minister zum Ende der zweitägigen Umweltministerkonferenz in Hamburg unterzeichnet.

Wie der Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Jochen Flasbarth, sagte, habe Thüringen das sogenannte Grüne Band bereits als Nationales Naturmonument deklariert, jetzt sollten die anderen Länder der Initiative aus Erfurt folgen. Der Bund werde sich an den Kosten mit 50 Millionen Euro beteiligen.

Grünstreifen mit Gütesiegel

Nach Ansicht der Umweltministerkonferenz ist die Landschaft an der ehemaligen Ost-West-Grenze ein global bedeutsames Biotopnetzwerk. In einem Beschluss der Minister heißt es, sie verbinde auf einzigartige Weise die jüngere europäische Geschichte, die Natur und auch die Kultur.

Jetzt solle die Bundesregierung prüfen, ob das Gebiet entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs als gemischtes UNESCO-Weltkultur- und Weltnaturerbe nominiert werden könne. Thüringen hatte das "Grüne Band" am früheren Todesstreifen, der Ost- und Westdeutschland bis 1989 trennte, im vergangenen Jahr zum Nationalen Naturmonument erklärt.

Thüringen bewahrt die Hälfte des Erbes

In Thüringen verläuft mit 763 Kilometern mehr als die Hälfte des insgesamt rund 1400 Kilometer langen ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifens. Inzwischen beschloss auch der Landtag von Sachsen-Anhalt, das Grüne Band als Naturmonument zu klassifizieren.

Über dieses Thema berichtete der MDR am 12. November 2019 um 20:15 Uhr.

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