Die SPD-Politikerin Anke Fuchs ist mit 82 Jahren gestorben. | Bildquelle: picture-alliance / dpa

Frühere Gesundheitsministerin SPD-Politikerin Anke Fuchs gestorben

Stand: 15.10.2019 17:43 Uhr

Helmut Schmidt hatte die SPD-Politikerin 1982 in sein Kabinett berufen - nun ist die frühere Gesundheitsministerin Anke Fuchs mit 82 Jahren gestorben. Den Kampf für soziale Gerechtigkeit führte sie auch als Vorsitzende des Mieterbundes.

Die frühere Bundesgesundheitsministerin Anke Fuchs ist tot. Die SPD-Politikerin starb am Montag nach langer Krankheit im Alter von 82 Jahren in Wilhelmshaven, wie die Nachrichtenagentur dpa aus dem Parteivorstand erfuhr.

Vize-SPD-Chef Olaf Scholz erinnerte in einem Tweet an Fuchs als engagierte Kämpferin, die über Parteigrenzen hinweg hohe Anerkennung genoss. Seine Parteigenossin Katarina Barley schrieb auf dem Kurznachrichtendienst von einer Sozialdemokratin, die sich für Frauenrechte und Demokratie stark machte.

Die Hamburgerin Fuchs hatte sich den Sozialdemokraten bereits vor dem Abitur 1956 angeschlossen. Nach einer Laufbahn als Referentin für Arbeitsrecht und Sozialpolitik beim Deutschen Gewerkschaftsbund und bei der IG Metall arbeitete Fuchs von 1977 an als Staatssekretärin im Bundesarbeitsministerium.

Niederlagen gegen Biedenkopf und Schröder

Den Aufstieg zur Ministerin schaffte die zweifache Mutter 1982. Bundeskanzler Helmut Schmidt berief sie im April in das Ressort für Jugend, Familie und Gesundheit. Ihre Amtszeit währte jedoch nur wenige Monate, denn im Oktober 1982 brach die sozialliberale Koalition auseinander.

In ihrer politischen Laufbahn musste Fuchs weitere Rückschläge einstecken: 1990 trat sie bei der Landtagswahl in Sachsen gegen Kurt Biedenkopf (CDU) an, dessen Partei sich letztlich mit der absoluten Mehrheit durchsetzte. Die niedersächsische SPD bot ihr dann 1993 die Spitzenkandidatur für die Landtagswahl an - aber Fuchs lehnte ab, da sich ein deutlicher Vorsprung für Gerhard Schröder abzeichnete.

Von 1980 bis 2002 war sie Mitglied des Deutschen Bundestages. 1998 übernahm sie für vier Jahre das Amt als Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages.

Kampf für gerechte Wohnungspolitik

Von 2003 bis 2010 stand sie dann an der Spitze der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung. Die Stiftung würdigte Fuchs als prägende Persönlichkeit. Ihr Wirken zur Durchsetzung der Grundwerte der Sozialen Demokratie in der Arbeit bliebe unvergessen. Die internationale Gewerkschaftskooperation sei ihr eine Herzensangelegenheit gewesen.

Auch der Deutsche Mieterbund, dem sie von 1995 bis 2007 als Präsidentin vorstand, erinnerte an die Politikerin als engagierte Kämpferin für eine sozial gerechte Wohnungs- und Mietenpolitik.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 15. Oktober 2019 um 17:00 Uhr.

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