Ein Arzt geht einen Flur in einem Krankenhaus entlang | AP

Mehr Angaben zu Corona-Patienten Neue Verordnung für Kliniken in Kraft

Stand: 13.07.2021 06:57 Uhr

Ab heute sind Kliniken verpflichtet, mehr Details zu Corona-Patienten zu melden. Das Gesundheitsministerium hofft unter anderem auf Rückschlüsse darauf, wie gut Geimpfte vor schweren Verläufen geschützt sind.

Kliniken sollen ab heute umfassendere Daten zu Covid-Patienten melden als bisher. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) unterzeichnete gestern nach Ministeriumsangaben eine neue Verordnung, die die Kliniken dazu verpflichtet, mehr Details zu Covid-Patienten zu übermitteln. Die Verordnung tritt heute in Kraft.

Hintergrund ist auch die Debatte über Kennwerte zur Beurteilung der Corona-Lage und über die Rolle der Sieben-Tage-Inzidenz. "Da die gefährdeten Risikogruppen geimpft sind, bedeutet eine hohe Inzidenz nicht automatisch eine ebenso hohe Belastung bei den Intensivbetten", hatte Spahn auf Twitter geschrieben. "Die Inzidenz verliert zunehmend an Aussagekraft, wir benötigen nun noch detailliertere Informationen über die Lage in den Kliniken."

Die Verordnung sieht zum einen vor, dass künftig alle Krankenhausaufnahmen wegen Covid grundsätzlich gemeldet werden müssen. Über die Zahl der Intensivpatienten hinaus soll damit deutlich werden, wie viele Patienten wegen Corona in Deutschland ins Krankenhaus müssen. Zudem sollen die Kliniken Alter, Art der Behandlung und Impfstatus der Patienten melden. Laut Spahn wolle man so erfahren, wer erkrankt und wie gut die Person geschützt sei. Nur so könne man "zeitnah abschätzen, wie hoch die Belastung für das Gesundheitssystem wird und wie gut die Impfungen wirken".

Detailliertere Angaben zur Impfung

Verwirrung gab es zuletzt aber darüber, was genau die Kliniken nun anders machen sollen als vorher. Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, es sei zwar "absolut vernünftig, auch die Krankenhausbelegung einzubeziehen, um die Gefahren der Pandemie einzuschätzen und entsprechende praktische Schutzmaßnahmen zu ergreifen". Die DKG verwies aber darauf, dass es bereits umfassende Meldepflichten zu Corona-Patienten gebe. So müssten die Kliniken schon jetzt Krankheitsverdacht, Erkrankung oder Tod in Bezug auf Covid-19 an die Gesundheitsämter melden. Hinzu kämen weitere Angaben etwa über Zeitpunkt oder Zeitraum der Infektion und auch zum Impfstatus.

Das Gesundheitsministerium betonte, es gehe unter anderem um detailliertere Angaben zur Impfung der Betroffenen, um festzustellen, wie gut vollständig Geimpfte wirklich vor schweren Verläufen geschützt seien. Denn bisher sei die Annahme, dass der Inzidenzwert durch die Impfungen an Aussagekraft verliere, nur eine Annahme.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. Juli 2021 um 08:00 Uhr in den Nachrichten.

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KOMMENTARE

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baumgart67 13.07.2021 • 10:48 Uhr

@ Carina F

Mathematisch ist das so: wenn ein 81 jähriger stirbt hat er statistisch 1 Lebensjahr verloren, wenn ein 40 Jähriger stirbt, sind es 42 Jahre. Macht dann z.B. im Schnitt 21.5 Jahre.