Jens Spahn | Bildquelle: imago images / Mauersberger

Verbot von Pseudotherapien "Homosexualität ist keine Krankheit"

Stand: 11.06.2019 14:36 Uhr

Gesundheitsminister Spahn will bis Jahresende ein Gesetz auf den Weg bringen, um sogenannte "Konversionstherapien" für Homosexuelle zu verbieten. Zwei neue wissenschaftliche Gutachten stützen die Pläne.

Im Kampf gegen Homophobie will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Pseudotherapien für Schwule und Lesben verbieten lassen. Er strebe an, noch in diesem Jahr einen entsprechenden Gesetzentwurf auf den Weg zu bringen. "Homosexualität ist keine Krankheit und damit nicht behandlungsbedürftig", sagte der Minister in Berlin.

Gesundheitsminister Spahn will Verbot von Konversionstherapien für Homosexuelle
tagesthemen 22:15 Uhr, 11.06.2019, Christian Deker/Claudia Drexler, NDR

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Er stellte auch zwei neue wissenschaftliche Gutachten vor, die seine Pläne stützen. Sie zeigten, dass es medizinisch geboten und verfassungsrechtlich möglich sei, solche Angebote zu verbieten. Die Gutachten gehen zurück auf eine Expertenkommission, die er im April einberufen hatte. Dieser gehören unter anderem Experten für Recht, Gesundheit und Sexualforschung an.

Medizinisch unsinnig

Die sogenannten "Konversionstherapien" zielen darauf ab, Schwule und Lesben heterosexuell zu machen. Spahn will sie vor solchen Pseudotherapien schützen. Der Weltärztebund und zahlreiche weitere Wissenschaftler halten diese für überflüssig und medizinisch unsinnig, weil Homosexualität keine Krankheit sei und kein Therapiebedarf bestehe.

Im Gegenteil könne eine vermeintliche "Heilung" negative Folgen für die Gesundheit und die psychische Verfassung der Betroffenen haben. "'Konversionstherapien' machen krank und nicht gesund", erklärte Spahn in Berlin.

Radikale Christen halten an "Therapie" fest

Die Bundestagsfraktion der Grünen hat bereits im Februar einen eigenen Gesetzentwurf mit einem Maßnahmenkatalog eingebracht, in dem sie unter anderem Aufklärungskampagnen fordert und sicherstellen will, dass diese zweifelhaften Behandlungen nicht über die Krankenkasse abgerechnet werden können.

Vor allem radikale Christen fielen in der Vergangenheit immer wieder damit auf, dass sie Pseudotherapien anbieten oder empfehlen. Noch im vergangenen Dezember empfahl der Bund Freier evangelischer Gemeinden - ein Zusammenschluss von knapp 500 Gemeinden mit nach eigenen Angaben rund 41.000 Mitgliedern - in einer Orientierungshilfe Homosexuellen entsprechende Therapien. Später änderte der Bund die entsprechende Formulierung und weist mittlerweile Homosexuelle auf die Möglichkeit eines "professionell begleiteten Klärungsprozesses" hin.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. Juni 2019 um 16:00 Uhr.

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