Junge Männer springen von Felsen ins Mittelmeer in Griechenland | REUTERS

Spahn zu Reisen in Europa Sommerurlaub wohl "nicht von Impfung abhängig"

Stand: 08.05.2021 19:27 Uhr

Adria, Mallorca, ein Städtetrip nach Kopenhagen: Gesundheitsminister Spahn ist optimistisch, dass der Sommerurlaub in Europa möglich sein wird - auch ohne Impfung. Auch Kanzlerin Merkel ist zuversichtlich.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht angesichts der derzeitigen Entwicklung in der Corona-Pandemie gute Chancen für einen problemlosen Sommerurlaub in den EU-Staaten. "Innerhalb der EU wird das Reisen voraussichtlich nicht von der Impfung abhängig sein. Auch mit den Testungen wird man sich europaweit gut bewegen können", sagte der CDU-Politiker der "Rheinischen Post". Er selbst plane seinen Urlaub jedoch in Deutschland. "In dieser hoffentlich letzten Phase der Pandemie würde ich keine großen Fernreisen planen, Nordsee statt Südsee quasi."

Auch Kanzlerin Merkel zeigte sich optimistisch, dass Sommerurlaub in Europa auch für Ungeimpfte möglich sein wird. Wenn man sehe, welch' niedrige Inzidenzen einige europäischen Partnerländer wie Portugal jetzt schon hätten, "dann bin ich sehr hoffnungsfroh, dass wir auch insgesamt uns das leisten können, was auch im vergangenen Sommer möglich war", sagte Merkel nach dem EU-Gipfel in Porto, zu dem sie per Video zugeschaltet war.

Bundesärztekammer warnt vor schneller Zweitimpfung

Mit Blick auf den Sommerurlaub warnte die Bundesärztekammer davor, das Intervall zwischen zwei AstraZeneca-Impfungen zu verkürzen, um früher als geimpft zu gelten. Die Verkürzung des Intervalls müsse überdacht werden, sagte Ärztepräsident Klaus Reinhardt dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland".

"Wenn das Argument ist, dass damit die Menschen früher von Lockerungen profitieren können, halte ich das für bedenklich", betonte er. Studien hätten ergeben, dass ein größerer Abstand zwischen den beiden Impfungen positive Auswirkungen auf die Wirksamkeit des Vakzins haben könne.

Habeck: Mehr mobile Impfteams in sozialen Brennpunkten

Währenddessen werden Rufe nach stärkeren Maßnahmen laut, um überhaupt alle Bevölkerungsgruppen für eine erste Corona-Impfung zu erreichen. "Mobile Impfteams müssen in die sozialen Brennpunkte fahren und ein Angebot machen - digital beworben, wenn der Datenschutz das zulässt", sagte Grünen-Chef Robert Habeck den Zeitungen der "Funke"-Mediengruppe. "Dann können die Menschen eine SMS bekommen: Morgen um 9.00 Uhr steht das Impfmobil vor Aldi." Und dann werde von morgens bis abends vor dem Supermarkt geimpft.

Das lasse sich ausbauen, so Habeck. "Wenn Impfstoffe für Jugendliche zugelassen sind, kann man in den Schulen impfen, und dort doch zum Beispiel auch die Eltern mit. Da sollte viel Kreativität an den Tag gelegt werden." Die Aufhebung der Impf-Reihenfolge könne nicht bedeuten, dass sich jeder selbst darum kümmern müsse.

Laut Deutschem Städtetag sprechen die Kommunen bei der Impfkampagne Menschen in sozial benachteiligten Vierteln jedoch bereits gezielt an. Alle großen Städte hätten die stadtteilbezogenen Inzidenzen im Blick, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy, dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". "Sie kümmern sich darum, Menschen zielgruppengenau anzusprechen, die über übliche Kommunikationswege schwer erreichbar sind."

Darüber hinaus kämen bereits mobile Impfteams zum Einsatz, um die Menschen in benachteiligten Stadtteilen zu erreichen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. Mai 2021 um 12:00 Uhr.