Eine Flüssigkeit tropft aus der Kanüle einer Spritze.  | dpa

Spahn über Coronavirus "Vielversprechende Ansätze" in Forschung

Stand: 03.05.2020 19:02 Uhr

Wann kommt der Corona-Impfstoff? Gesundheitsminister Spahn will sich nicht auf ein Datum festlegen, ist aber angesichts erster Studien zuversichtlich. Und er räumt ein, sich kürzlich verrechnet zu haben.

Die Rückkehr zum normalen Leben in der Corona-Krise hängt maßgeblich an der Entwicklung eines Impfstoffes gegen die Krankheit. Hunderte Unternehmen weltweit forschen derzeit daran. Doch bis so ein Impfstoff auf den Markt gebracht werden kann, vergehen normalerweise mehrere Jahre.

Im Falle des Coronavirus nähren Forscher weltweit die Hoffnung, dass es bereits im kommenden Jahr so weit sein könnte. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht "vielversprechende Ansätze", will sich aber bei einem Datum nicht festlegen. Im Bericht aus Berlin sagte er, es gebe viele Forschungsansätze, erste Studien seien sehr vielversprechend. Deshalb sei er sehr optimistisch, aber vorsichtig bei der Nennung eines konkreten Datums. Man müsse auch realistisch bleiben: "Es kann auch Jahre dauern, weil es natürlich auch Rückschläge geben kann, das haben wir bei anderen Impfstoffen gesehen."

Ein Impfstoff muss mehrere Testverfahren durchlaufen, bevor er überhaupt einem Probanden injiziert werden darf. Für Forschung, vorklinische Untersuchungen in Tierversuchen sowie die drei Phasen der klinischen Tests an Menschen werden in der Impfstoffentwicklung acht bis 17 Jahre gerechnet. Im Fall der Corona-Pandemie setzen Forscher weltweit alles daran, diese Phasen zu verkürzen. Spahn sagte dazu, das Gesundheitsministerium sei mit den Forschern in regem Kontakt und prüfe, Genehmigungsverfahren zu verkürzen. So könne die Zahl der Probanden in den Testphasen beispielsweise vergrößert werden. Zudem müsse schon jetzt an die Produktionskapazitäten gedacht werden.

Lockerungen "Schritt für Schritt"

In der kommenden Woche trifft Bundeskanzlerin Angela Merkel erneut mit den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder zusammen, um über weitere mögliche Lockerungen zu beraten. Wichtig seien jetzt auch Perspektiven für die Gastronomie und für den Sport, sagte Spahn. Lockerungen könnten aber weiterhin nur "Schritt für Schritt" erfolgen. In der Gastronomie müsse davon ausgegangen werden, dass es über Monate nicht ohne Abstandsregelungen gehen würde.

Spahn sagte, dass der Reproduktionszahl jetzt schon seit drei Wochen unter 1,0 liege, sei ein gutes Zeichen und zeige, dass sich die Menschen an die Regelungen hielten. Das sei "unsere gemeinsame Leistung in Deutschland", und das könne "uns als Gesellschaft stolz machen." Ein R-Wert von unter 1,0 bedeutet, dass ein Infizierter weniger als einen anderen Menschen ansteckt.

Spahn räumt Rechenfehler ein

Der Minister räumte ein, rund um den Bund-Länder-Gipfel falsche Infiziertenzahlen genannt zu haben. Er habe bei einer Berechnung um 6000 Fälle daneben gelegen. Dies habe für Verwirrung gesorgt. Am Mittwoch hatte Spahn von 157.000 Infizierten und 120.000 Genesenen gesprochen und damit von 37.000 akut Infizierten. Außer Acht gelassen wurde bei dieser Subtraktion die Zahl der Toten, die bei über 6000 lag. Infektiös waren also nach den Zahlen des Robert Koch-Instituts nur noch etwa 31.000.

Da die Zahl der Geheilten die der Neu-Infizierten seit längerem deutlich übersteigt und die Todesfälle ebenfalls steigen, ergab sich für den Tag des Bund-Länder-Treffens eigentlich eine Zahl von etwas über 29.000.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. Mai 2020 um 20:00 Uhr.