Solarpaneel | dpa

Strengere Regeln für Neubauten Bundesregierung erwägt Pflicht für Solardächer

Stand: 04.06.2021 15:17 Uhr

Die Bundesregierung diskutiert darüber, die Standards für Neubauten deutlich zu verschärfen. Einem Plan aus dem Finanzministerium zufolge geht es dabei auch um eine Pflicht zur Installation von Solarzellen auf jedem Dach.

Die Bundesregierung erwägt eine Pflicht für Solardächer bei Neubauten. Das geht aus dem Entwurf des "Klimaschutz-Sofortprogramms 2022" aus dem Bundesfinanzministerium hervor, der dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt. Momentan befindet er sich noch in der Ressortabstimmung. Es handelt sich also um einen Zwischenstand.

Demnach muss auf dem Dach eines jeden Neubaus künftig eine Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlage installiert werden. Auch bei größeren Dachsanierungen soll das zur Vorschrift werden. Außerdem sind verschärfte Dämmungsregelungen vorgesehen. Alle Neubauten müssen ab 2023 dann den Energie-Standard EH-55 erfüllen. 

Ein "unkoordinierter Schnellschuss"?

Ab 2025 ist mit einer weiteren Verschärfung der Vorgaben zu rechnen. Dann würde der sogenannte Standard EH-40 gelten. Neubauten dürfen dann nur noch maximal 40 Prozent der Energie eines Standardgebäudes verbrauchen. Bisher war das Erreichen dieses Standards den Hausbauern freigestellt. Der Entwurf sieht außerdem vor, dass der Bund ab 2023 keine fossilen Heizungen mehr fördern darf.

Der Präsident des Verbands Haus & Grund, Kai Warnecke, kritisierte in der"Bild"-Zeitung, das sei ein "unkoordinierter Schnellschuss", der Bauen und Wohnen dramatisch verteuere. Es sei "lächerlich, eine Solardachpflicht einzuführen, ohne endlich den Verkauf des produzierten Stromes an die Bewohner des Hauses zu erlauben".

Das "Klimaschutz-Sofortprogramm 2022" umfasst insgesamt rund 7,8 Milliarden Euro. Die größten Posten sind eine Aufstockung der Mittel für die Gebäudesanierung von 2,5 Milliarden Euro für das kommende Jahr und weitere zwei Milliarden für 2023. 1,8 Milliarden Euro sind für die E-Auto-Kaufprämien vorgesehen, wo mit einer stärker als geplanten Nachfrage gerechnet wird.

Das Programm soll am 23. Juni in seiner endgültigen Fassung vom Kabinett beschlossen werden. Dass der jetzige Bundestag aber noch vor Ende der Legislaturperiode darüber beraten wird, gilt als unwahrscheinlich.

Mit Informationen von Nina Amin, ARD-Hauptstadtstudio

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 04. Juni 2021 um 10:50 Uhr.

IHRE MEINUNG

KOMMENTARE

avatar
Moderation 04.06.2021 • 16:46 Uhr

Schließung der Kommentarfunktion

Sehr geehrte User, die Kommentarfunktion für dieses Thema wird – wie bereits angekündigt – nun geschlossen. Wir danken für Ihre rege Diskussion. Mit freundlichen Grüßen Die Moderation