CDU-Chef Armin Laschet (l.) und CSU-Chef Makus Söder (r.) | EPA

Machtkampf in der Union Laschet und Söder bereit zu Kanzlerkandidatur

Stand: 11.04.2021 19:13 Uhr

CDU-Chef Laschet und CSU-Chef Söder wollen beide Kanzlerkandidat der Union werden. Bis ein Kandidat feststeht, könne es aber noch einige Tage dauern, sagten beide im Bericht aus Berlin. Morgen beraten zunächst die Spitzengremien.

CDU-Chef Armin Laschet und auch der CSU-Vorsitzende Markus Söder sind dazu bereit, als Kanzlerkandidat der Union anzutreten. "Wir haben beide erklärt, wir sind bereit", sagte Söder bei einer Pressekonferenz am Rande der Klausur der Spitze der Unionsfraktion in Berlin.

"Freundschaftliches Gespräch"

Söder allerdings macht seine Kandidatur von der Unterstützung der CDU abhängig. "Wenn die CDU bereit wäre, mich zu unterstützen, wäre ich bereit. Wenn die CDU es nicht will, bleibt ohne Groll eine gute Zusammenarbeit", sagte Söder. Er habe Samstag lange und freundschaftlich mit Laschet gesprochen. Dies sei aber "kein abschließendes Gespräch" gewesen.

Söder betonte, bei der Kanzlerkandidatur sei es die Erwartung, "dass es zu einer gemeinschaftlichen Lösung" komme. So oder so würden er und Laschet auch künftig gut zusammenarbeiten. "Wir sind nicht Helmut Kohl und Franz-Josef Strauß. Wir haben keine Grundsatzstreitigkeiten." Es sei das gemeinsame Ziel, die Bundestagswahl im Herbst zu gewinnen.

"Gefahr einer Wechselstimmung"

Im Bericht aus Berlin sagte Söder, die Situation der Union sei fünf Monate vor der Wahl "schon ernst". Er sehe die Gefahr einer Wechselstimmung. Daher müsse die Union ein "modernes Programm" aufstellen, so Söder. "Nicht nur einfach weiter so wie bisher, aber auch kein Zurück in die Vergangenheit. Das moderne Programm muss aber auch den Geist der Zeit atmen. Es muss Wirtschaft und Klimaschutz zum Beispiel verbinden und die Personen, die das dann repräsentieren, die müssen zu dem Ganzen passen."

Beide Parteien müssten überlegen, was das Beste "nicht für die beiden Parteien ist, sondern für Deutschland", betonte Söder.

"Soviel Einigkeit wie möglich in der Union"

Laschet äußerte sich ähnlich. Er sagte, es sei das grundsätzliche Ziel, "soviel Einigkeit wie möglich zwischen CDU und CSU zu erzielen." Dies sei auch über Deutschland hinaus von Bedeutung: "Die Welt erwartet ein stabiles Deutschland."

Nach der Corona-Krise werde ganz Europa in eine schwierige Phase eintreten, so Laschet im Berlin aus Berlin. Es gehe um Klimaschutz, um soziale Fragen sowie um Arbeitsmarktfragen, so Laschet. Er könne viel dazu beitragen, dass Europa da zusammenhalte, so Laschet zu der Frage, warum er der richtige Kanzlerkandidat sei.

Spitzengremien tagen am Montag

Am Montag werden die Spitzengremien beider Parteien über die Kandidatenfrage beraten. Laschet und Söder wollten sich heute nicht dazu äußern, ob sie sich dabei offiziell den Rückhalt ihrer Parteispitzen für ihre Ambitionen einholen wollen.

Zum weiteren Vorgehen sagte Laschet im Bericht aus Berlin: "Es wird heute vorbereitet und geht morgen weiter." Söder sagte, man werde die nächsten Tage abwarten. "Es gibt verschiedene Diskussionsebenen in den zuständigen Gremien und es gibt sicherlich auch viel Rückmeldung aus Bevölkerung und Partei." Dieser Prozess führe "am Ende zu einem guten Ergebnis."

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 11. April 2021 um 15:00 Uhr.

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Moderation 11.04.2021 • 18:09 Uhr

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