Horst Seehofer | AFP

Corona-Pandemie Seehofer warnt vor radikalisierten "Querdenkern"

Stand: 26.09.2021 10:03 Uhr

Nach der Gewalttat in Idar-Oberstein warnt Bundesinnenminister Seehofer vor einer Radikalisierung der "Querdenker"-Szene. Unterstützt wird er von mehreren Länder-Innenministerien: Sie beobachten wachsende Gewaltbereitschaft.

Nach dem tödlichen Schuss bei einem Streit um die Maskenpflicht in Idar-Oberstein warnt Bundesinnenminister Horst Seehofer vor einer Radikalisierung der "Querdenker"-Bewegung in Deutschland. "Die politisch motivierte Gewalt in Deutschland durch Querdenker ist gefährlich für unser Land", sagte Seehofer der "Bild am Sonntag" einem Vorabbericht zufolge. "Die Gruppe der Querdenker wird zwar immer kleiner, aber leider auch immer radikaler und brutaler. Sie können unser Land zersetzen, wenn der Rechtsstaat sie nicht mit allen Mitteln bekämpft."

Harte Strafen auch für Befürworter solcher Taten

Seehofer forderte harte Strafen für die Täter und auch deren Unterstützer: "Die Täter und diejenigen, die Verbrechen wie in Idar-Oberstein unterstützen, müssen hart bestraft werden."

Auch die Sicherheitsbehörden mehrerer Bundesländer beobachten das Gefahrenpotenzial mit Besorgnis, ergab eine Anfrage der Funke Mediengruppe an alle 16 Innenministerien einem Vorabbericht zufolge. Die Innenministerien von Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen warnen vor einer Radikalisierung der Anti-Corona-Proteste.

Behörden sehen wachsende Gewaltbereitschaft

Einzelne Innenbehörden sehen eine wachsende Gewaltbereitschaft in der Szene der sogenannten "Corona-Leugner", darunter Brandenburg und Rheinland-Pfalz. Niedersachsen berichtet demnach von "Forderungen nach einem Regierungssturz" in der Szene. Das Landesamt für Verfassungsschutz in Baden-Württemberg sieht insbesondere ein Gefahrenpotenzial durch extremistische Verschwörungsideologien wie "QAnon", die wiederum von "zahlreichen" Akteuren aus der "Querdenker"-Bewegung heraus gestreut werden.

Über dieses Thema berichteten am 26. September 2021 BR24 um 02:00 Uhr und NDR Info um 03:00 Uhr jeweils in den Nachrichten.