Horst Seehofer | AFP

Bund-Länder-Beschlüsse Seehofer hält an Ostergottesdiensten fest

Stand: 24.03.2021 06:59 Uhr

Bund und Länder haben die Religionsgemeinschaften gebeten, über Ostern auf Versammlungen zu verzichten. Innenminister Seehofer hat dafür kein Verständnis. Die Hygienekonzepte der Kirchen funktionierten tadellos.

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat den Bund-Länder-Beschluss zu den Ostergottesdiensten kritisiert. Darin werden Religionsgemeinschaften gebeten, Versammlungen über Ostern zum Schutz vor dem Coronavirus nur virtuell abzuhalten.

"Es hat mich schon erstaunt, dass ausgerechnet Parteien, die das C im Namen führen, den Kirchen den Verzicht auf Gottesdienste nahelegen, noch dazu an Ostern", sagte Seehofer der "Bild"-Zeitung. Der CSU-Politiker betonte, es gebe kein Verbot und keine Forderung, Gottesdienste zu Ostern ausfallen zu lassen.

"Hygiene-Konzepte der Kirchen funktionieren"

"Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass es sich hier um eine Bitte handelt", sagte Seehofer. "Mein Haus hat diesen Vorschlag auch nicht gemacht, obwohl wir für die Religionen zuständig sind. Das Innenministerium hat stattdessen schon sehr früh in der Pandemie gemeinsam mit den Kirchen Hygiene-Konzepte ausgearbeitet, die bis heute tadellos funktionieren."

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder hatten vereinbart, dass es über Ostern zusätzliche Einschränkungen geben soll, um die dritte Corona-Welle zu brechen. Das öffentliche, private und wirtschaftliche Leben soll von Gründonnerstag bis Ostermontag weitgehend ruhen. Im Beschlusspapier heißt es: "Bund und Länder werden auf die Religionsgemeinschaften zugehen, mit der Bitte, religiöse Versammlungen in dieser Zeit nur virtuell durchzuführen."

Sachsen will Gottesdienste nicht verbieten

Die katholische und die evangelische Kirche haben jedoch angekündigt, dass sie nicht ohne Weiteres auf Präsenzgottesdienste verzichten wollen. Man sei von der Bitte von Bund und Ländern überrascht worden, erklärten der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm.

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer stellte bereits klar, dass sein Land den Kirchen Präsenzgottesdienste nicht verbieten wird. In den tagesthemen sagte der CDU-Politiker: "Wir sollten das nicht vorgeben als Politik." Er habe keinen Zweifel daran, "dass die Kirchen, die Religionsgemeinschaften, einen klugen und verantwortungsvollen Weg finden werden."

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 23. März 2021 um 22:35 Uhr.

IHRE MEINUNG

KOMMENTARE

Avatar
Moderation 24.03.2021 • 12:41 Uhr

Schließung der Kommentarfunktion

Sehr geehrte User, die Meldung wurde bereits sehr stark diskutiert. Entscheidende neue Aspekte, die einer konstruktiven Diskussion förderlich wären, sind nicht mehr hinzugekommen. Deshalb haben wir beschlossen, die Kommentarfunktion zu schließen. Wir werden Ihnen baldmöglichst eine neue Meldung zu dem aktuellen Thema anbieten. Die Moderation