Mitglieder des Motorradclubs "Bandidos" tragen in Bottrop ihre Kutten.

Nach bundesweiten Razzien Seehofer verbietet "Bandidos"-Gruppe

Stand: 12.07.2021 07:25 Uhr

Das Bundesinnenministerium hat die Rockergruppe "Bandidos MC Federation West Central" verboten und aufgelöst. Bei Razzien in fünf Bundesländern waren zuvor unter anderem Waffen und Drogen sichergestellt worden.

Die vor allem im Westen Deutschlands aktive Rockergruppe "Bandidos MC Federation West Central" ist ab sofort verboten und aufgelöst. Zweck und Tätigkeit des Vereins liefen "den Strafgesetzen zuwider", hieß es in der Begründung des Innenministeriums. Das Vermögen der Rockergruppe werde beschlagnahmt und eingezogen. Kennzeichen des Clubs dürfen demnach künftig weder verbreitet noch öffentlich oder bei einer Versammlung gezeigt werden.

Bundesinnenminister Horst Seehofer veröffentlichte die Verbotsverfügung in Abstimmung mit den Innenministern von Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen und Rheinland-Pfalz, wie das Ministerium mitteilte. In diesen vier Bundesländern sowie in Thüringen hatten fast 1800 Polizeibeamte Anfang Juli Vereinshäuser und Wohnungen von mutmaßlichen Mitgliedern der Gruppierung durchsucht. Dabei wurden unter anderem Waffen, Munition, Drogen, Motorräder, Speichermedien und größere Mengen Bargeld sichergestellt.

Die Ermittler gewannen durch die Auswertung der Funde außerdem zusätzlichen Einblick in die Struktur der Gruppierung. Mitgenommen wurden auch Westen mit Abzeichen, sogenannte Kutten. Nach Einschätzung des Bundesinnenministeriums geht es der Rockergruppe, die ihren Schwerpunkt in NRW hat, nicht, wie in den Statuten des Vereins behauptet, vor allem um gemeinsames Motorradfahren.

Auszeichnungen für verübte Straftaten

Zweck der "Bandidos MC Federation West Central" und ihrer nun ebenfalls verbotenen Teilorganisationen sei es vielmehr, "einen territorialen und finanziellen Machtzuwachs innerhalb der Rockerszene anzustreben und entsprechende Ansprüche regelmäßig auch mit Gewalt, insbesondere gegenüber anderen Rockergruppierungen in seinem regionalen Einflussgebiet durchzusetzen". So hatte etwa Anfang 2019 eine Schießerei in der Kölner Innenstadt für Entsetzen gesorgt. Der Schusswechsel war wohl Teil des Machtkampfes zwischen "Bandidos" und Rockern von den "Hells Angels".

Dass Straftaten durch die "Bandidos MC Federation West Central" nicht nur geduldet, sondern auch gefördert und belohnt wurden, lässt sich laut Bundesinnenministerium auch daran ablesen, "dass es verschiedene Aufnäher ("Patches") des Vereins gibt, die an Mitglieder verliehen werden, die Straftaten im Sinne des Vereins verübt haben". Zu den verübten Straftaten zählten schwere Körperverletzung sowie versuchte und vollendete Tötungsdelikte.

Der "Bandidos Motorcycle Club" wurde 1966 in Houston im US-Staat Texas gegründet und hat mittlerweile eine weltweite Mitgliedschaft. In Deutschland ist die Gruppe nach Angaben des Bundesinnenministeriums seit 1999 aktiv.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. Juli 2021 um 07:00 Uhr in den Nachrichten.

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Moderation 12.07.2021 • 17:03 Uhr

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