Manuela Schwesig | Bildquelle: FRIEDEMANN VOGEL/EPA-EFE/REX

Wegen Krebserkrankung Schwesig legt SPD-Vorsitz nieder

Stand: 10.09.2019 10:38 Uhr

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat Brustkrebs und legt deswegen ihr Amt als kommissarische SPD-Chefin nieder. Das gab die 45-Jährige bei einer Kabinettssitzung in Schwerin bekannt.

Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin in Mecklenburg-Vorpommern, legt ihr Amt als kommissarische SPD-Vorsitzende nieder. Grund sei eine Brustkrebserkrankung. Das gab die 45-Jährige laut einer Mitteilung der Staatskanzlei zu Beginn der Kabinettssitzung in Schwerin bekannt.

"Die gute Nachricht ist: Dieser Krebs ist heilbar. Allerdings ist dafür eine medizinische Behandlung notwendig", sagte Schwesig den Angaben zufolge. Dies werde dazu führen, dass sie in den kommenden Monaten nicht an allen Tagen öffentliche Termine wahrnehmen könne.

Manuela Schwesig äußert sich zu dem Grund ihrer Amtsniederlegung
tagesschau 12:00 Uhr, 10.09.2019

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Schwesig bleibt Ministerpräsidentin

Sie sei sehr zuversichtlich, wieder vollständig gesund zu werden, so Schwesig weiter. "Allerdings ist auch klar, dass ich in den kommenden Monaten meine Kräfte auf Mecklenburg-Vorpommern, meine Gesundheit und meine Familie konzentrieren muss." Deshalb wolle sie das Amt der Ministerpräsidentin und auch den SPD-Parteivorsitz in Mecklenburg-Vorpommern weiter ausüben. Ihre Parteiämter auf Bundesebene werde sie jedoch niederlegen.

Turbokarriere

Schwesig hatte sich in den vergangenen zehn Jahren im Eilzugtempo in die erste Reihe der deutschen Politik vorgearbeitet. Nach nur vier Jahren als Stadtvertreterin in Schwerin wurde sie 2008 - gerade 34 Jahre alt - Sozialministerin Mecklenburg-Vorpommerns und 2013 dann Bundesfamilienministerin.

Im Sommer 2017 gab sie ihr Ministeramt in Berlin vorzeitig auf und übernahm vom damals an Krebs erkrankten Erwin Sellering (SPD) auf dessen Wunsch das Ministerpräsidenten-Amt. Doch auch in ihrer neuen Funktion blieb die heute 45-Jährige bundespolitisch aktiv und trat dabei vorrangig als Fürsprecherin für die Interessen der Ostdeutschen in Erscheinung.

Seit Anfang 2019 ist Schwesig gemeinsam mit Hermann Gröhe (CDU) Vorsitzende des Vermittlungsausschusses von Bundestag und Bundesrat. Nach dem Rücktritt der SPD-Vorsitzenden Andrea Nahles im Juni 2019 führte sie die SPD gemeinsam mit Malu Dreyer und Thorsten Schäfer-Gümbel kommissarisch.

Dreyer führt SPD ab Oktober alleine weiter

Bis Ende September wird aus dem Führungstrio somit ein Duo, ab Oktober führt Dreyer die SPD dann alleine kommissarisch weiter. Schäfer-Gümbel will wie geplant am 1. Oktober aus der Politik ausscheiden und zur Gesellschaft für Internationalen Zusammenarbeit (GIZ) wechseln. "Die Parteiführung wird nicht erschüttert", sagte Dreyer. Schäfer-Gümbel werde sie nach seinem Wechsel "ehrenamtlich" unterstützen. "Eine offizielle formale Parteiführung gibt es dann über mich."

Manuela Schwesig, Thorsten Schäfer-Gümbel und Malu Dreyer | Bildquelle: REUTERS
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Gemeinsam mit Thorsten Schäfer-Gümbel und Malu Dreyer führte Schwesig die SPD seit Juni 2019 kommissarisch.

Schäfer-Gümbel wies darauf hin, dass Anfang Dezember auf dem Bundesparteitag der neue SPD-Vorstand gewählt werde. Die kommissarische Parteiführung habe "die nötigen Fundamente gelegt", damit die Partei bis dahin stabil bleibe.
Dreyer und Schäfer-Gümbel bedauerten den Rückzug von Schwesig, mit der sie gut zusammengearbeitet hätten, äußerten zugleich aber vollstes Verständnis dafür. "Sie können sich vorstellen, dass uns das sehr erschüttert hat, diese Diagnose", sagte Dreyer.

Genesungswünsche

Nicht nur Schwesigs Parteikollegen an der SPD-Spitze zeigten sich erschüttert über ihre Krankheit. "Die Nachricht von Manuela Schwesigs Krebserkrankung macht mich betroffen", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert. "Ich habe mit ihr telefoniert und ihr von Herzen gewünscht, dass sie wieder ganz gesund wird, dazu Kraft und Zuversicht in dieser schwierigen Zeit."

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer schrieb auf Twitter, die Nachricht von Schwesigs Erkrankung "hat uns alle aus dem politischen Alltag herausgerissen". Was jetzt zähle, sei ihre schnelle und vollständige Genesung. Kramp-Karrenbauer: "Liebe Manuela, ich wünsche Dir dazu ganz persönlich und im Namen der Mitglieder der CDU dazu alles Gute."

Die frühere Bundesjustizministerin und heutige Vize-Präsidentin des EU-Parlaments, Katarina Barley (SPD), twitterte: "Du bist eine der stärksten Frauen, die ich kenne. Du wirst diesen Kampf gewinnen."

Über dieses Thema berichteten am 10. September 2019 tagesschau24 um 11:00 Uhr und die tagesschau um 12:00 Uhr.

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