Eine geflüchtete Famlie steht auf einem Bahnsteig in Hannover. | dpa

Statistisches Bundesamt Zahl Schutzsuchender 2020 kaum gestiegen

Stand: 14.07.2021 11:17 Uhr

Im vergangenen Jahr waren nur 18.000 Schutzsuchende mehr in Deutschland registriert als 2019 - der geringste Anstieg seit 2011. Laut Statistischem Bundesamt liegt das auch an der Corona-Pandemie.

Der Anstieg der Zahl Schutzsuchender in Deutschland ist im vergangenen Jahr so gering ausgefallen wie seit 2011 nicht. Zum Jahresende waren knapp 1,86 Millionen Schutzsuchende im Ausländerzentralregister (AZR) registriert, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Die Zahl stieg damit im Vergleich zum Vorjahr um ein Prozent beziehungsweise 18.000 Menschen. Das war ein geringerer Zuwachs als 2019 (plus drei Prozent) und der geringste seit 2011 (plus 0,5 Prozent).

Laut Bundesamt ist die Entwicklung wohl auch durch Reisebeschränkungen in der Corona-Krise bedingt.

Mit Schutzsuchenden gemeint sind Ausländer, die sich unter Berufung auf völkerrechtliche, humanitäre oder politische Gründe in Deutschland aufhalten. Zu ihnen zählen Menschen, bei denen ein Asylverfahren läuft, die einen befristeten oder unbefristeten Schutzstatus zuerkannt bekommen haben oder die sich nach der Ablehnung eines Asylantrags weiter in Deutschland aufhalten.

Nettozuwanderung um Viertel gesunken

Die Zahl der im vergangenen Jahr tatsächlich neu eingereisten Schutzsuchenden lag laut Bundesamt bei 68.000. Zugleich verließen 41.000 Schutzsuchende das Land wieder, so dass die Nettozuwanderung bei 27.000 lag. Dies war fast ein Viertel weniger als 2019, als die Zahl noch 35.000 betragen hatte.

Dem Bundesamt zufolge kamen knapp 80 Prozent der in der Statistik erfassten Menschen in den Jahren der großen Flüchtlingsbewegungen oder bereits davor. 54 Prozent der Schutzsuchenden erreichten Deutschland zwischen 2014 und 2016. 25 Prozent waren bereits vor 2014 nach Deutschland gekommen. 21 Prozent wurden nach 2016 erstmals im Ausländerzentralregister von den Behörden registriert.

Über dieses Thema berichtete Hallo Niedersachsen am 22. April 2021 um 19:30 Uhr.