Passanten vor einer Zweigstelle des BAMF in Berlin. | Bildquelle: REUTERS

Statistik zum Jahr 2018 Zahl der Schutzsuchenden steigt

Stand: 18.07.2019 16:26 Uhr

Zum Jahresende 2018 hat das Ausländerzentralregister knapp 1,8 Millionen Schutzsuchende in Deutschland gezählt. Das ist ein Zuwachs von sechs Prozent. Die Zahl neuer Asylanträge dagegen ist rückläufig.

Bei immer mehr Menschen, die in Deutschland Zuflucht gesucht haben, ist klar, dass sie als Flüchtlinge, Verfolgte oder aus anderen humanitären Gründen Anspruch auf Schutz haben: Im vergangenen Jahr galt dies für rund 1,3 Millionen von knapp 1,8 Millionen der im Ausländerzentralregister verzeichneten Schutzsuchenden.

Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag berichtete, war dies ein Anstieg von elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der Schutzsuchenden in Deutschland insgesamt sei um 101.000 Menschen und damit um sechs Prozent gestiegen.

Großteil seit Anfang 2014 eingereist

Als Schutzsuchende gelten Ausländer, die sich unter Berufung auf humanitäre Gründe in Deutschland aufhalten. Der Großteil aller Schutzsuchenden, nämlich 71 Prozent, ist den Angaben zufolge seit Anfang 2014 nach Deutschland eingereist. Rund 62 Prozent der Menschen mit anerkanntem Schutzstatus kamen aus Syrien - insgesamt mehr als eine halbe Million Menschen. Außerdem waren 138.000 Iraker und 131.000 Afghanen als Schutzsuchende anerkannt.

Dieser Status war für die große Mehrheit von 79 Prozent aller Flüchtlinge zeitlich befristet. In fast der Hälfte aller Fälle gab es den Flüchtlingsstatus nach der Genfer Konvention.

Über den Schutzstatus von 306.000 Menschen war Ende 2018 noch nicht entschieden worden. Das waren 43.000 weniger als im Jahr zuvor und 269.000 weniger verglichen mit dem Höchststand Ende 2016. Ursache dafür dürften sowohl die Abarbeitung bestehender Asylverfahren als auch die weiterhin rückläufige Zahl neuer Asylanträge sein, hieß es.

Mehr Schutzsuchende mit offenem Status

Einen Anstieg von Schutzsuchenden mit offenem Status gab es hingegen aus der Türkei von 10.000 auf 14.000 und aus dem Iran von 18.000 auf 21.000.

Gestiegen war die Zahl derjenigen, die nach einem negativen Bescheid ihres Asylverfahrens oder Verlust ihres Schutzstatus als ausreisepflichtig registriert waren. Hierbei handelte es sich um insgesamt 192.000 Menschen, acht Prozent mehr als Ende 2017.

Auf einem Schild steht der Schriftzug "Bundesamt für Migration und Flüchtlinge" | Bildquelle: FELIPE TRUEBA/EPA-EFE/REX/Shutte
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Das BAMF hat das Bundesverwaltungsamt mit der Registrierung von Schutzsuchenden betraut. Das Amt stellt das Auslännderzentralregister zusammen.

Abschiebung vorübergehend ausgesetzt

Dabei war die große Mehrheit von 81 Prozent mit einer Duldung im Ausländerzentralregister verzeichnet - die Abschiebung wurde vorübergehend ausgesetzt. Dies galt unter anderem für Menschen aus Ländern wie Afghanistan oder dem Irak, wohin aufgrund der dortigen Sicherheitslage in vielen Fällen nicht abgeschoben wird.

Nicht in der Statistik erfasst sind diejenigen, die freiwillig oder im Rahmen einer "geförderten Ausreise" Deutschland verlassen haben oder beispielsweise im Rahmen von Familienzusammenführung in ein anderes Land gezogen sind. Ihre Zahl sei für die Statistiker schwer zu erfassen, da es etwa in den Zahlen der Einwohnermeldeämter über Abwanderungen keine Angaben über den ausländerrechtlichen Status gebe, sagte ein Behördensprecher.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat das Bundesverwaltungsamt mit der Registrierung von Schutzsuchenden betraut. Das Amt stellt das Ausländerzentralregister zusammen, das den Behörden als statistische Grundlage dient.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 18. Juli 2019 um 12:15 Uhr.

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