Passanten gehen durch eine Einkaufsstraße in Hannover. | dpa

Corona-Lage in Deutschland Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 362,7

Stand: 09.01.2022 10:16 Uhr

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter schnell, die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen liegt nach Angaben des RKI bei 36.552. Der Norden ist weiterhin stärker betroffen als der Rest des Landes.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat einen weiteren Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche mit 362,7 an. Seit Ende Dezember steigt er kontinuierlich. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 335,9 gelegen, vor einer Woche bei 222,7 (Vormonat: 390,9).

Binnen eines Tages meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI 36.552 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche waren es 12.515 Ansteckungen gewesen, wobei es im Zuge der Feiertage allerdings massive Lücken bei Tests und Meldungen gegeben hatte.

Höchste Inzidenz in Bremen

Die Infektionslage ist weiterhin regional unterschiedlich. Nachdem der Norden Deutschlands über viele Monate hinweg niedrigere Corona-Zahlen verzeichnete als der Rest des Landes, hat sich das Bild nun gewandelt. Bremen, das Bundesland mit der höchsten Quote an vollständig geimpften Einwohnern, meldet gleichzeitig die höchste Sieben-Tage-Inzidenz. Sie liegt bei 1032,6. Dahinter folgen Berlin mit einer Inzidenz von 685,7 und Hamburg (575,2) sowie Schleswig-Holstein (536,8). Am niedrigsten ist der Wert in Sachsen-Anhalt (260,1).

Normalstationen bald überlastet?

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 3,15 (Donnerstag: 3,26) an. Auch dieser Wert schwankt regional stark. In Bremen war er - Stand Freitag - mit 18,23 am höchsten, dahinter folgen mit großem Abstand Thüringen (9,01) und Mecklenburg-Vorpommern (6,64). Am niedrigsten ist die Hospitalisierungsinzidenz in Niedersachsen. Dort liegt sie bei 1,66.

Der Ärzteverband Marburger Bund warnt angesichts der mit der Ausbreitung der Omikron-Variante steigenden Zahlen vor einer Überlastung der Normalstationen in Krankenhäusern. "Es wäre ein Fehler, bei der Omikron-Welle nur auf die Auslastung der Intensivstationen zu schauen", sagte die Vorsitzende Susanne Johna dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Insgesamt müssten deutlich mehr Patientinnen und Patienten in den Krankenhäusern behandelt werden als bei der Delta-Variante. Omikron gilt als ansteckender als andere Varianten des Coronavirus. Zugleich rechnen Expertinnen und Experten mit vergleichsweise milden Verläufen bei einer Infektion.

"Der Großteil der Fälle muss in den Notaufnahmen und auf den Normalstationen behandelt werden“, sagte Johna. "Wenn man nur die Intensivbetten-Belegung als Maßstab für Corona-Maßnahmen heranziehen würde, wäre das zu kurz gegriffen und bei Omikron sogar trügerisch." Sie warnte vor Einschränkungen bei planbaren Eingriffen, "weil das Personal zur Betreuung der Covid-Patienten auf Normalstationen gebraucht wird".

77 neue Todesfälle

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 77 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 46 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie rund 7,5 Millionen nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Sonntag mit etwa 6,7 Millionen an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf insgesamt 113.977.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. Januar 2022 um 08:55 Uhr.