Eine Mitarbeiterin einer Corona-Teststation  nimmt einen Abstrich.  | picture alliance/dpa

RKI-Wochenbericht Zenit der Sommerwelle scheint überschritten

Stand: 12.08.2022 06:56 Uhr

Der Gipfel der Sommerwelle scheint überschritten zu sein - das ist die vorsichtige Bilanz des Robert Koch-Instituts. Entwarnung gibt das RKI damit aber nicht. Das Gesundheitssystem sei weiter belastet.

Das Robert Koch-Institut (RKI) beobachtet zuletzt ein Abflachen des Corona-Infektionsgeschehens und sieht deshalb den Zenit der Sommerwelle überschritten. Das meldete das RKI in seinem Wochenbericht.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sei demnach in der vergangenen Woche nach dem bereits deutlichen Rückgang in der Vorwoche erneut um insgesamt 27 Prozent gesunken und in allen Bundesländern und Altersgruppen rückläufig. Aktuell liegt die Inzidenz bei 345,9. In der Vorwoche hatte der Wert noch 432,2 betragen, im Vormonat 702,4.

Zudem seien die Anzahl Sars-CoV-2-Infizierter mit Symptomen einer akuten Atemwegsinfektion in Deutschland und die Zahl der Arztbesuche Infizierter gesunken, "sodass der aktuelle Wellengipfel überschritten zu sein scheint".

Weniger Menschen mit Covid-19 im Krankenhaus

Die Zahl der Krankenhausaufnahmen von Menschen, die eine schwere akute Atemwegsinfektion und eine Covid-19-Diagnose hatten, sei in der vergangenen Woche ebenso gesunken wie die Zahl der Patienten mit Covid-19-Diagnose auf Intensivstationen.

Auch bei den Todesfällen in Verbindung mit dem Virus spricht das RKI zuletzt von einem Rückgang - in der vergangenen Woche mit 372 übermittelten Todesfällen im Vergleich zu 444 in der Vorwoche. Die Daten zeigten, dass auch bei schwer verlaufenden Erkrankungen der Höhepunkt der aktuellen Welle überschritten scheine. Dabei seien Menschen im Alter von über 80 Jahren weiterhin am stärksten von schweren Krankheitsverläufen betroffen, mahnen die RKI-Experten.

Infektionsdruck in allen Altersgruppen hoch

Trotz des Rückgangs und der verbesserten Situation in der vergangenen Woche bleibt der Infektionsdruck aus ihrer Sicht in allen Altersgruppen hoch - und auch die Belastung des Gesundheitssystems.

Mit Blick auf die nächsten Wochen rechnet das Institut mit einer "weiterhin hohen Zahl an Hospitalisierungen, intensivmedizinisch zu betreuenden Covid-19-Patientinnen und -Patienten und Todesfällen, insbesondere in höheren Altersgruppen". Entsprechend ruft das RKI weiter dazu auf, die Empfehlungen zum Vermeiden von Ansteckungen "unbedingt" einzuhalten und betont die Bedeutung der Impfungen gegen das Coronavirus.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. August 2022 um 22:00 Uhr.