Passanten gehen über den Duisburger Weihnachtsmarkt. | dpa

Neuer Corona-Höchstwert 52.826 Neuinfektionen an einem Tag

Stand: 17.11.2021 07:41 Uhr

Das RKI hat 52.826 Neuinfektionen gemeldet - ein neuer Höchstwert. Die Inzidenz stieg auf 319. Daten aus mehreren Bundesländern zeigen einen wesentlich höheren Anteil an Neuinfektionen unter Ungeimpften als unter Geimpften.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen hat einen neuen Höchstwert erreicht. Laut dem Robert Koch-Institut stieg die Inzidenz auf 319,5. Am Vortag hatte der Wert bei 312,4 gelegen, vor einer Woche bei 232,1 (Vormonat: 66,1).

Die Gesundheitsämter meldeten binnen eines Tages 52.826 Neuinfektionen. Dieser Wert entspricht in etwa der Einwohnerzahl der Stadt Passau in Bayern oder Wetzlar in Hessen. Vor einer Woche lag dieser Wert noch bei 39.676 Ansteckungen.

294 weitere Todesfälle

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 294 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 236 Todesfälle. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit dem Virus gestorben sind, stieg damit auf 98.274.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter - gab das RKI am Dienstag mit 4,86 an (Montag: 4,65). Bei dem Indikator muss berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden.

Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Höherer Anteil von Infektionen bei Ungeimpften

Corona-Daten aus mehreren Bundesländern deuten auf einen wesentlich höheren Anteil an Neuinfektionen unter Ungeimpften hin als unter Menschen mit vollständigem Impfschutz. Zwar werden Ungeimpfte vermutlich viel häufiger getestet, doch eine grobe Einschätzung des Pandemiegeschehens getrennt nach Impfstatus lassen die Werte aus Expertensicht dennoch zu.

Im Corona-Hotspot Sachsen zum Beispiel, wo die Quote der vollständig Geimpften derzeit bundesweit mit weniger als 60 Prozent am niedrigsten ist, klaffte zwischen den beiden Gruppen zuletzt eine immense Lücke: Während die Inzidenz der Geimpften etwa am Dienstag bei gut 64 Fällen pro 100.000 Menschen binnen sieben Tagen lag, war dieser Wert bei nicht oder nicht vollständig Geimpften rund 28 Mal so hoch: gut 1823 Fälle pro 100.000 Einwohner.

Auch in Bremen, dem Bundesland mit der deutschlandweit höchsten Impfquote (Dienstag: 79,3 Prozent), gab es zuletzt eine Diskrepanz zwischen den Gruppen, wenn auch nicht so deutlich wie in Sachsen: In der ersten Novemberwoche lag in der Hansestadt die Inzidenz unter den Ungeimpften bei knapp 261 und unter Geimpften bei gut 41.

Verzerrung durch häufige Tests bei Ungeimpften

Solche Zahlen seien "sicher etwas verzerrt", sagte Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, mit Blick auf Faktoren wie etwa die Testhäufigkeit. Ungeimpfte müssen sich zum Beispiel zwingend testen lassen, wenn 3G-Regeln im Restaurant oder am Arbeitsplatz gelten.

Auch junge Schüler, die nicht geimpft sind, werden regelmäßig auf Covid-19 untersucht. Menschen mit Impfzertifikat hingegen brauchten bisher häufig keinen Test vorzulegen. Daher könnten besonders in dieser Gruppe einige Neuinfektionen unentdeckt geblieben sein. Diese Faktoren seien aber nicht so bedeutend, dass sie den Unterschied ganz erklärten, sagte Watzl der Nachrichtenagentur dpa.

Hospitalisierungswert bei Ungeimpften deutlich höher

"Daher ist immer noch richtig, dass sich Ungeimpfte deutlich häufiger infizieren als Geimpfte." Er verwies unter anderem auf die Corona-Fälle im Krankenhaus. An der Hospitalisierungsinzidenz werde der Unterschied sehr deutlich, so Watzl.

Nach den jüngsten verfügbaren Daten des RKI kamen vom 18. bis 24. Oktober (Kalenderwoche 42) pro 100.000 Menschen sechsmal mehr aus der Gruppe der ungeimpften 18- bis 59-Jährigen wegen Covid-19 ins Krankenhaus als von den Geimpften dieser Altersklasse.

Bei den Menschen ab 60 Jahren lag die Hospitalisierungsinzidenz der Ungeimpften gut 4,7 Mal so hoch. Eine Impfung schützt nicht zu 100 Prozent, daher kann sie Infektionen oder auch schwere Verläufe bei Geimpften nicht ganz verhindern, sie verringert die Wahrscheinlichkeit aber deutlich.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. November 2021 um 09:00 Uhr.