Ein Mitarbeiter einer Corona-Abstrichstelle zeigt einen Abstrich für einen Corona-Test | dpa

Corona in Deutschland Mehr als eine Million Infektionen

Stand: 27.11.2020 08:21 Uhr

Die Zahl der Corona-Fälle in Deutschland hat die Marke von einer Million überschritten. Während die registrierten Neuinfektionen zahlenmäßig relativ stabil bleiben, meldet das Robert Koch-Institut einen neuen Höchstwert bei den Todesfällen.

In Deutschland hat die Zahl der bisher nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen den Wert von einer Million überschritten. Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) meldeten die Gesundheitsämter 22.806 Neuinfektionen binnen eines Tages - ein Minus von 842 Fällen im Vergleich zum Freitag vor einer Woche. Die Gesamtzahl der Corona-Fälle liegt damit nun bei 1.006.394. Das RKI geht allerdings davon aus, dass viele Infektionen unentdeckt bleiben, weil viele Infizierte keine oder nur geringe Symptome zeigen.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gab das RKI mit 426 an - der höchste Wert seit Beginn der Pandemie. Den letzten Höchstwert meldeten die Gesundheitsämter vergangenen Mittwoch mit 410 Fällen. Das RKI schätzt, dass rund 696.100 Menschen inzwischen genesen sind.

Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert lag laut dem Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,90 (Vortag: 0,87). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 90 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor acht bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

20 Prozent der Intensivbetten noch nicht belegt

Zudem spitzt sich auch die Lage in den Krankenhäusern weiter zu. Die Zahl der intensivmedizinisch behandelten Corona-Patienten stieg nach RKI-Angaben vom 15. Oktober bis 15. November von 655 auf 3395 Erkrankte stark an. Seitdem habe sich der Anstieg etwas verlangsamt und lag laut RKI zuletzt bei 3826 Patienten, von denen 60 Prozent beatmet wurden. Demnach seien 20 Prozent der Intensivbetten aktuell noch nicht belegt.

Anders als erhofft hat der seit Anfang November geltende Teil-Lockdown mit Schließungen etwa von Kneipen und Restaurants aber nicht zu einem deutlichen Rückgang der Ansteckungen geführt. Die sogenannte 7-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche - schwankt bundesweit seit mehr als zwei Wochen um 140.

Um diese Zahlen zu verringern, haben Bund und Länder am Mittwoch die Verlängerung des Teil-Lockdowns bis kurz vor Weihnachten mit teils schärferen Regeln beschlossen. Private Zusammenkünfte mit Freunden, Verwandten und Bekannten sollen auf maximal fünf Personen aus dem eigenen und einem weiteren Haushalt begrenzt werden. Weihnachten soll aber gefeiert werden können, im engsten Familien- und Freundeskreis mit maximal zehn Menschen. Kinder bis 14 Jahre sind dabei jeweils nicht eingerechnet.

Kanzleramtschef Braun ruft zur Vernunft auf

Trotz der Lockerungen um die Weihnachtstage herum, sollten die Menschen aber weiterhin verantwortungsvoll handeln, appellierte Kanzleramtschef Helge Braun an die Bürger. Weihnachten sei als "Fest der Privatheit" eine "gewisse Unbekannte" in der Risikoabschätzung, sagte Kanzleramtschef Helge Braun am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner". "Ob wir Weihnachten so vorbereiten und so leben im Familienkreis, dass es zum Ansteckungsproblem wird, oder wir eben genau das Gegenteil erreichen - das haben wir wirklich alle selber in der Hand", so Braun.

Kontakte auf ein "absolutes Minimum" zu reduzieren sei die Voraussetzung dafür, Verwandte sicher treffen zu können, sagte Braun. "Keiner möchte gerne seine liebsten Angehörigen und Verwandten anstecken." Deshalb komme es sehr auf das Verhalten eines jeden in der Vorweihnachtswoche an.

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rief die Bürger zur Eigenverantwortung auf. "Wir können am Ende nur mit staatlichen Regeln nicht erzwingen, was notwendig ist in dieser Pandemie", sagte Spahn am Donnerstagabend in einem ARD-"Extra". Die Menschen sollten aufeinander aufpassen und Weihnachten vielleicht auch in kleinerem Rahmen feiern als sonst.