Passanten gehen durch weihnachtliche geschmückte Einkaufsstraße. | picture alliance/dpa

Corona-Pandemie 7000 Fälle aus Sachsen später erfasst

Stand: 07.12.2021 18:28 Uhr

Für das stark von der Pandemie betroffene Sachsen waren zuletzt verdächtig niedrige Infektionszahlen gemeldet worden. Offenbar kommen die Ämter mit der Erfassung nicht mehr hinterher. 7000 Fälle fließen mit Verzögerung in die Statistik ein.

In Sachsen hatten auffallend niedrige Infektionszahlen die Vermutung nahegelegt, dass nicht alle tatsächlichen Fälle vom Robert Koch-Institut (RKI) erfasst oder an dieses übermittelt worden waren.

Am Dienstag lagen die Infektionszahlen nach einer vom RKI veröffentlichten Statistik deutlich unter den zuvor gemeldeten Zahlen. Während das RKI nur 949 Infektionen aus Sachsen erfasste, bezifferte die sächsische Staatsregierung die Zahl auf 7974.

Die Zahl der Corona-Todesfälle lag nach ihren Daten bei 38, laut RKI waren es zwölf.

Wöchentliche Infektionen

Die Zahl der wöchentlichen Neuinfektionen betrug demnach pro 100.000 Einwohner 1082,1, nachdem sie am Montag bei 1234,4 gelegen hatte.

Das sächsische Sozialministerium räumte auf Nachfrage ein technisches Problem ein. Unklar blieb, warum das RKI die Daten nicht hochladen konnte. Bei der Datenlieferung sei keine Fehlermeldung erfolgt, hieß es im Ministerium. Man habe dem RKI die Daten am Morgen noch einmal nachträglich per E-Mail gesendet.

Sozialministerin Petra Köpping (SPD) hatte wiederholt klargestellt, dass wegen Überlastung der Ämter womöglich nicht alle Infektionszahlen pünktlich gemeldet werden können.

Das Landratsamt Zwickau räumte auf Anfrage ein, dass es einen "Erfassungsrückstand" im Gesundheitsamt gebe. Auch in der Behörde falle Personal aus, wegen Infektionen und Quarantäneanordnungen.

Sachsen hat seit längerem die höchste Inzidenz in Deutschland sowie die niedrigste Impfquote. Die Landkreise Meißen und Mittelsachsen weisen mit Werten von 2380,9 beziehungsweise 1606,8 die höchsten Inzidenzen auf.

Das Landessozialministerium kündigte nun strengere Maßnahmen an. So sollen etwa Gastronomiebetriebe in Hotspots mit einer Inzidenz über 1500 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche sollen schließen müssen.

Inzidenz bundesweit leicht gefallen

Bundesweit ist die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz leicht gefallen. Das RKI gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche mit 432,2 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert noch bei 441,9, gelegen, vor einer Woche bei 452,2 (Vormonat: 191,5).

Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI binnen eines Tages 36.059 Corona-Neuinfektionen - deutlich weniger, als in der Vorwoche, als es noch 45.753 Ansteckungen waren.

Experten gehen aber derzeit von einer merklichen Untererfassung aus. Gesundheitsämter und Kliniken kommen demnach mit der Meldung von Fällen zumindest in einzelnen Regionen nicht mehr hinterher.

Die 7000 fehlenden Infektionen in Sachsen dürften am Mittwoch in die RKI-Statistik einfließen und die bundesweiten Daten zu Infektionen und Todesfällen erneut verzerren.

399 neue Todesfälle

Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus bleibt auf einem hohen Niveau: Deutschlandweit wurden binnen 24 Stunden 399 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 388 Todesfälle. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Coronainfektion gestorben sind, stieg damit auf 103.520.

Mehr als sechs Millionen Infektionen seit Pandemiebeginn

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Montag mit 5,32 an (Freitag: 5,52). Laut des Instituts haben sich bislang 6.222.020 Menschen mit dem Virus infiziert, die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 5.170.400 an.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. Dezember 2021 um 12:00 Uhr.