Eine Mitarbeiterin des Zentrallabors des LADR-Laborverbundes greift nach einem Teströhrchen für Coronaviren, Archivbild | dpa

Corona-Neuinfektionen 20.000er-Marke wieder überschritten

Stand: 25.03.2021 08:16 Uhr

Seit Januar waren die Zahlen nicht mehr so hoch: 22.657 Neuinfektionen wurden dem Robert-Koch-Institut seit gestern gemeldet. Die 7-Tage-Inzidenz stieg auf 113,3. RKI-Chef Wieler sieht nur ein Mittel.

Die Entwicklung zum Anfang des Jahres gaben noch Anlass zur Hoffnung. Die Infektionszahlen gingen kontinuierlich zurück - bis Mitte Februar. Seitdem steigt die Kurve erneut an. Inzwischen ist die Marke von 20.000 gemeldeten Neuinfektionen pro Tag wieder erreicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) registrierte 22.657 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden und 228 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Am vergangenen Mittwoch hatte das RKI binnen eines Tages 17.504 Neuinfektionen und 227 Corona-Tote verzeichnet.

Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg von 108,1 auf 113,3. Der bundesweite R-Wert liegt weiter bei 1. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 100 weitere Menschen anstecken. Dieser Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen ab.

Wieler fordert Lockdown - Reinhardt setzt auf Lockerungen und Tests

Aus Sicht von RKI-Chef Lothar Wieler ist der Lockdown der einzig sinnvolle Weg, um den Anstieg der Infektionen aufzuhalten. Wieler sagte bei einer Online-Veranstaltung der deutschen Botschaft in Washington: "Wir können diesen Anstieg nicht stoppen, es sei denn mit einem neuen Lockdown für das Land". Andere Werkzeuge zur Eindämmung der dritten Welle stünden derzeit nicht zur Verfügung.

Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt forderte hingegen, bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie vermehrt auch andere Möglichkeiten als den Lockdown in den Blick zu nehmen. "Der monatelange Jo-Jo-Dauerlockdown zermürbt die Menschen. Er darf nicht unsere einzige Antwort auf die dritte Corona-Welle sein", sagte Reinhardt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Es gebe vielversprechende Ansätze, die einen Rückkehr zur gesellschaftlichen Normalität ermöglichten. Als Beispiele nannte Reinhardt Städte wie Tübingen oder Rostock, die mit lokalen Lockerungen und Schnelltests arbeiteten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. März 2021 um 08:00 Uhr in den Nachrichten.